Olympiakos Piräus entwickelt sich allmählich zum Lieblingsgegner von Brose Bamberg in der Basketball-Euroleague. Nach den beiden Erfolgen in der vergangenen Spielzeit entschied der deutsche Meister auch das erste Duell mit dem griechischen Spitzenklub in dieser Saison für sich. Mit dem überraschend klaren 82:68 (48:30)-Heimsieg am Donnerstagabend meldete sich die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri zwei Tage nach der schwachen Leistung in Madrid mit einem Paukenschlag zurück. Mit nun fünf Siegen und neun Niederlagen wahrte sie dank einer bärenstarken Leistung den Kontakt zu den Play-off-Plätzen.Bevor die Bamberger das Jahr 2016 am 30. Dezember mit dem Spiel bei Galatasaray Istanbul beschließen, steht am zweiten Weihnachtsfeiertag mit dem Gastspiel beim Überraschungsteam der Bundesliga, Medi Bayreuth, eine weitere schwere Auswärtspartie bevor.


Schweigeminute

Nach einer Schweigeminute für die Terroropfer des Anschlags von Berlin waren die Gastgeber im Gegensatz zum Spiel in Madrid nicht wiederzuerkennen und vom Start weg auf Betriebstemperatur. Sie legten gegen die beste Verteidigung der Euroleague eine 11:0-Führung vor, zu der der von einem Magen-Darm-Virus genesene Fabien Causeur fünf Punkte beisteuerte.
Das Brose-Team zeigte eine ganz andere Körpersprache als gegen Real. Es drückte aufs Tempo, verteidigte aggressiv und arbeitete auch gut beim Rebound. Gegen sichtlich beeindruckte Griechen bauten die Hausherren ihren Vorsprung weiter aus (31:13, 13. Min.). Ein spektakulärer Block von Nicolo Melli gegen Patric Young sorgte für einen Jubelsturm beim Publikum. Nach Causeurs zweitem Dreier lag der deutsche Meister erstmals mit 21 Punkten vorne (48:27, 19.). Die Trefferquoten (Bamberg 63 Prozent/Piräus 37) sowie Rebounds (18/12) und Assists (10/4) spiegelten zur Pause die Dominanz der Trinchieri-Truppe wider.


Rhythmus kurz verloren

Drei Minuten mussten die Brose-Fans zu Beginn des dritten Spielabschnitts auf den ersten Korb ihrer Mannschaft warten. Und es wurde immer deutlicher, dass die Bamberger durch die Pause ihren Rhythmus verloren hatten. Fehlwürfe und Ballverluste brachten Olympiakos ins Spiel zurück. Mit seinem Treffer nach Offensivrebound mit der Schlusssirene sorgte Kostas Papanikolaou dafür, dass Piräus das dritte Viertel mit 20:11 für sich entschied und nur noch mit einem einstelligen Rückstand in den Schlussdurchgang ging (59:50).
Janis Strelnieks mit einem Dreier und Darius Miller mit einem Vier-Punkte-Spiel brachten die Bamberger dann aber wieder zurück in die Spur. Miller übernahm weiter die Verantwortung in der Offensive und sorgte für zehn der nächsten zwölf Punkte. Damit war der Widerstand des zweifachen Euroleague-Champions gebrochen. Bamberg feierte einen weiteren grandiosen Heimsieg, und die Brose-Verantwortlichen freuten sich auch darüber, dass das modifizierte Sicherheitskonzept seinen Zweck erfüllte.


Die Statistik
Brose Bamberg - Olympiakos Piräus 82:68
(23:13, 25:17, 11:20, 23:18)
Bamberg Miller (20 Punkte/5 Dreier), Causeur (17/2), Melli (13/1), Strelnieks (9/1), Zisis (9/1), Radosevic (6), Theis (5), Staiger (3/1), Veremeenko, Lo, Nicolic, Heckmann
Piräus Spanoulis (15/2);, Papanikolau (11/1), Young (9), Green (8), Papapetrou (8/2), Birch (6), Mantzaris (5), Lojeski (4), Agravanis (2), Milotinov, Athinaiou

SR Radovic (Kroatien), Jimenez (Spanien), Mogulkoc (Türkei)
Zuschauer 6150 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 48 Prozent (31Treffer/64Versuche), Piräus 43 (24/56)
Dreierquote Bamberg 38 Prozent (11/29), Piräus 27 (6/22)
Freiwurfquote Bamberg 90 Prozent (9/10), Piräus 67 (14/21)

Rebounds Bamberg 36 (25 defensiv/11 offensiv), Piräus 30 (22/8)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 9/12, Piräus 5/13
Assists Bamberg 18/ Piräus 12
Fouls Bamberg 22/ Piräus 14