Die Bayernliga-Volleyballer des SC Memmelsdorf zeigten eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorwoche. Mit einer 0:3-Niederlage gegen Tabellenführer Volkach und einer überragenden Mannschaftsleistung, die mit einem einen 3:2-Sieg gegen den Regionalligaabsteiger TV Mömlingen belohnt wurde, endete der Doppelspieltag.

Im Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Volkach startete das Team um Spielertrainer Michael Werner hellwach und ambitioniert. Dennoch lief man stets einem Rückstand hinterher, da das Team in Annahme und Angriff noch nicht voll im Spiel angekommen war. Der einzige positive Aspekt im Memmelsdorfer Spiel war die Blockarbeit. Am Ende des ersten Durchganges entschieden ein individueller Fehler in der Annahme und ein unglückliches Zuspiel beim Spielstand von 24:24 den Satz zugunsten der Volkacher. Man möchte sich nicht den Verlauf des Spiels vorstellen, wenn der SCM diesen Satz für sich entschieden hätte.

Im zweiten Durchgang fielen zahlreiche Schwächen in der Abwehrarbeit und in der Annahme auf, die sich auf die Verunsicherungen in den Köpfen der Spieler zurückführen lassen. Das tolle Publikum in der Seehofhalle unterstützte jedoch das Team lautstark. Wie eine vorbildliche Abwehrarbeit und effiziente Angriffsaktionen aussehen, das zeigte der Gegner. Kaum ein Angriff landete auf dem Boden der Volkacher, und der Mittelblock brachte die Mehrheit seiner Bälle erfolgreich im Feld unter. Mit 16:25 gab der SCM den zweiten Satz ab.

Um mehr Druck im Angriff zu erzeugen, kam Spielertrainer Michael Werner in der Schlussphase ins Spiel. Und auch Neuzugang Julian Sears sorgte für druckvolle Aufschläge. Prompt war eine positivere Stimmung auf dem Feld. Die Einwechslungen sorgten für frischen Schwung. Der dritte Satz endete deutlich knapper mit 21:25, aber auch mit dem besseren Ende für den Gegner. Insgesamt fehlten den Memmelsdorfern der Wille zum Sieg und die nötige Abgezocktheit.


Im zweiten Satz Knoten geplatzt

Mit dieser Heimniederlage in den Knochen fuhren die Memmelsdorfer zum Regionalligaabsteiger TV Mömlingen, der mit zwei Jugendnationalspielern in seinen Reihen als Favorit galt. Der erste Satz ging an die technisch versierten Gastgeber, weil der SCM wieder in die alten Verhaltensmuster des Vortages zurückfiel. Wie am Vortag entschieden auch am Sonntag Kleinigkeiten, so dass Mömlingen den ersten Satz mit 25:19 für sich entschied.
Jetzt war der SCM aber endgültig im Spiel angekommen. Die perfekten Annahmen nutzte Zuspieler Tobias Werner und setzte seine Angreifer nach Belieben ein. So zeigten die Mittelblocker Hannes Breuninger und Stefan Meier ihr ganzes Potenzial und bereiteten dem TV Mömlingen große Probleme. Zudem bewies man Moral und machte einen Fünf-Punkte-Rückstand wett. Vor allem die große Variabilität im Angriff und die qualitativ hohen Zuspielaktionen machten hierbei den Unterschied und führten zum 25:19-Satzgewinn.

Nun hatte der SCM das Momentum auf seiner Seite und gewann auch den nächsten Durchgang knapp mit 25:23. Die Gäste ließen sich auch durch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen nicht aus der Ruhe bringen.
Die entscheidenden Gründe für den Verlust des vierten Satzes waren unsaubere Annahmen und die daraus resultierenden ungenauen Zuspiele zu Beginn. Den Rückstand konnte man trotz euphorischer und positiver Grundstimmung nicht mehr einholen und gab den Satz mit 21:25 ab.

Die Entscheidung musste somit im Tie-Break fallen. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, und das Spiel stand auf des Messers Schneide. Die Mannschaft, die mehr Blut und Schweiß investierte, war der SCM - diese Leidenschaft hatte man am Vortag vermissen lassen. Die Memmelsdorfer agierten insgesamt souveräner als der Gegner.

Nach hartem Kampf entschieden die Gäste diesen Entscheidungssatz mit 15:12 für sich und fuhren somit im zweiten Auswärtsspiel den zweiten Sieg ein. Jedoch warten die heimischen Fans nach diesem Doppelspieltag voller Auf und Abs weiterhin auf den ersten Heimsieg ihrer Mannschaft. red