"Das ist die Zeit des Jahres, auf die wir lange hingearbeitet haben. Die jeden Muskelkater, jeden blauen Fleck und jeden Rückschlag wert war. Während andere Teams zu Hause sitzen, weil ihre Saison vorbei ist, stehen wir im Halbfinale", sprudelt es in bestem Deutsch aus Jessica Miller heraus, als würde sie ihr Team noch immer selbst aufs Feld führen. Am Sonntag (18 Uhr) geht sie beim Halbfinalauftakt in Würzburg in ihre ersten Play-offs als Assistenztrainerin der DJK Brose Bamberg.
Als sich die beiden fränkischen Mannschaften vor zwei Jahren ebenfalls in der ersten Runde trafen, war Miller noch aktiv, führte ihr Team ins Finale. Der ganz große Wurf blieb dem Publikumsliebling zum Abschied jedoch verwehrt. Als Vizemeister beendete die heute 29-Jährige ihre Profilaufbahn dort, wo sie fünf Jahre zuvor beim damaligen Aufsteiger in die 2. Liga begonnen hatte. Begleitend arbeitete die US-Amerikanerin in den Sommermonaten für den WNBA-Club Chicago Sky.
Nun wird sie den nächsten Schritt gehen, ab Mitte April bei den Indiana Fever als "Assistant Coach" arbeiten und so ihrem Traum, eines Tages ein Team in der nordamerikanischen Frauen-Profiliga, der WNBA, verantwortlich zu führen, wieder ein Stück näherkommen. Seit Miller 2015 das Zepter übergeben hat, fand in Bamberg ein Umbruch und Umdenken statt. Der Fokus liegt klar auf der Förderung des Nachwuchses, Erfolg wird als Nachweis und Ansporn für die Entwicklung junger Spielerinnen verstanden.
Millers Rückkehr in das Programm von DJK und Brose Bamberg im letzten Herbst verlieh dem Bestreben noch einmal einen Schub. U13 und U15 dominierten in ihren Bayernligen und sind nun Ausrichter der Play-offs Nord, die Bayernliga-Youngsters beendeten ihre erste Saison bei den Damen auf Rang 5. Die Damen des Kooperationspartners SC Kemmern mischen in der Regionalliga kräftig mit, die WNBL-Auswahl peilt das Finalturnier um die deutsche Meisterschaft an, und die Zweitliga-Mannschaft zählte wieder zu den besten Vier.