Es war ein offenes Geheimnis, und deshalb überraschte die Nachricht des FC Bayern München am frühen Dienstagnachmittag niemanden mehr: Der deutsche Basketball-Meister hat das Rennen um Anton Anton Gavel gemacht und den Aufbau-Flügelspieler bis 2016 verpflichtet. Der Slowake mit deutschem Pass spielte in den letzten viereinhalb Jahren für die Brose Baskets.

Mit den Bambergern gewann Gavel in dieser Zeit vier Meisterschaften und holte dreimal den Pokal. In der Finalserie 2013 wurde er zum wertvollsten Spieler gewählt, zuvor war er 2012 und 2013 bereits zum besten Verteidiger der Liga gekürt worden. Nach der Spielzeit 2013/14, die für die Brose Baskets bereits im Viertelfinale zu Ende war, hatte Gavel schon angekündigt, seinen Vertrag in Bamberg nicht zu verlängern.

"Ich will, so lange es geht, auf dem höchstmöglichen Niveau spielen", begründete der 29-jährige Gavel in einem Videointerview auf der Homepage des FC Bayern seinen Wechsel zum bayerischen Rivalen. Die Münchner, die als Meister für die Euroleague qualifiziert sind, können ihm dieses im Gegensatz zu den Bambergern bieten.


Marko Pesic: wichtiger Baustein

Bereits seit über einem Jahr wurde in den Medien über einen Wechsel von Gavel zum FC Bayern spekuliert. Entsprechend froh waren die Münchner, dass sie gestern endlich Vollzug melden konnten. "Mit Anton bekommen wir einen Spieler, der nicht nur eine herausragende Qualität besitzt, sondern auch den Charakter eines Siegertyps. Das ist für die Weiterentwicklung unseres Programms ein sehr wichtiger Baustein. Es ist großartig, dass er sich für uns entschieden hat", meinte Marko Pesic, Geschäftsführer des FC Bayern.

Am Montag hatte Gavel den obligatorischen Medizincheck bei Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Teamarzt Jochen Hahne absolviert, am Dienstag hat er seinen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, und Anfang August wird er erstmals mit seinen künftigen Teamkollegen trainieren. "Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich mich auf Heiko Schaffartzik am meisten freue", sagte Gavel. Mit dem Nationalspieler ist er seit der gemeinsamen Zeit in Gießen (2004 bis 2006) eng befreundet.

Die Bamberger nehmen Gavels Wechsel zum bayerischen Liga-Rivalen ohne Groll zur Kenntnis. "Das hat sich ja angebahnt. Natürlich ist es sehr bedauerlich, wenn das Herz unserer Mannschaft den Verein verlässt. Aber Antons Entscheidung ist für jeden nachzuvollziehen", meinte Wolfgang Heyder. Der Sportdirektor der Brose Baskets hofft, dass die Bamberger Fans dies genauso sehen, "denn wir haben ihm sehr viel zu verdanken". Am 3. Januar 2015 wird Gavel erstmals als Spieler des FC Bayern in der Brose Arena auflaufen. Heyder wünscht sich, dass die Fans der Brose Baskets ihm dann "den Empfang bereiten, den er verdient hat". Zudem wies er Spekulationen zurück, wonach der Münchner Nationalspieler Lucca Staiger im Zuge des Gavel-Transfers nach Bamberg wechseln werde. Heyder: "Da ist nichts dran."