Bei archäologischen Ausgrabungen in um Bamberg ist schon einiges Spektakuläre ans Tageslicht geholt worden. Ein goldener Hut aus der Bronzezeit war nicht dabei. Noch sensationeller freilich wäre ein goldener Aluhut gewesen.

In diesem Fall war der Zeitpunkt der Veröffentlichung ausschlaggebend für den "Wahrheitsgehalt" der Meldung: Der Kalender zeigt heute den 1. April - an dem man solch einen Text der Uni-Pressestelle guten Gewissens bringen kann! Deswegen hier noch die Meldung im Original:

Mit dem Fund hätte auch in der Welterbestadt Bamberg niemand gerechnet: Während der Bauarbeiten an der Innenstadt-Mensa der Universität Bamberg, die das Studentenwerk Würzburg betreibt, hat die Grabungsfirma "Archäologistik" einen etwa 50 Zentimeter hohen Goldhut ausgegraben, auch bekannt als "Goldblechkegel". Charakteristisch sind seine kegelartige Form und die eingepunzten Symbole in der goldenen Oberfläche.


Bisher nur vier Exemplare in Europa bekannt

Timo Seregély, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Bamberg, datiert das Artefakt auf etwa 1000 vor Christus. "Bisher waren lediglich vier Exemplare in Europa bekannt, die allerdings allesamt aus unsicheren Fundumständen stammen", erklärt Timo Seregély die Besonderheit des Fundortes. "Deswegen ist es einzigartig, dass wir in Bamberg einen Goldblechkegel in ursprünglicher Lage und noch dazu im Rahmen einer Bestattung vorweisen können."

Ihm zufolge vermuteten Archäologinnen und Archäologen bisher, dass Goldblechkegel Teile von Kopfbedeckungen sind, die Priester in der späten Bronzezeit als Insignie bei religiösen Zeremonien trugen. "Durch den Fund im Kontext einer Bestattung, bei dem das Skelett jedoch mit Ausnahme eines Leichenschattens im Schädelbereich und eines Oberkieferzahns vergangen ist, können wir die bisherigen Vermutungen erstmals beweisen."

Leichenschatten sind Bodenverfärbungen, die durch die Zersetzung des Leichnams entstehen. Erste Analysen des Zahnes zeigen darüber hinaus, dass es sich um das Grab eines Kindes im Alter von acht bis zwölf Jahren handelt. "Dies legt den Verdacht nahe, dass ein Amt, wie das eines Priesters, vererbt werden konnte und somit ebenfalls die Besitztümer auf den Nachwuchs übergingen", stellt Timo Seregély eine erste These auf, die jedoch durch weitere Analysen des Zahns erst noch untermauert werden muss.

Den Goldblechkegel hat das Grabungsteam bei den aktuellen Tiefbauarbeiten für den Teilneubau der Innenstadt-Mensa gefunden. "Wir haben eine Blockbergung des Fundes durchgeführt, damit er im Labor unter besseren Bedingungen sorgsam frei präpariert werden kann.


Weitere Grabungen folgen

Weiterhin beginnen demnächst flächendeckende Grabungen bis zu dieser Fundtiefe, etwa einen Meter unterhalb der ältesten mittelalterlichen Erdschicht, um eventuell weitere Gräber oder Artefakte dieser bedeutenden spätbronzezeitlichen Fundstelle zu bergen", erläutert Grabungsleiter Gunnar Gransche. Unterdessen untersucht das paläogenetische Labor der Universität Mainz die alte DNA der Zähne und das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZ) in Mannheim die chemische Zusammensetzung des Goldblechkegels.

Was bedeutet der Sensationsfund für die Mensa? Michael Ullrich, Geschäftsführer des Studentenwerks Würzburg, rechnet wegen der archäologischen Maßnahmen damit, dass die Mensa nun erst ein halbes Jahr später fertiggestellt werden kann: zum Sommersemester 2020. "Hungern muss in dieser Zeit niemand, denn die Interims-Mensa am Markusplatz steht den Studierenden natürlich bis zum Bauabschluss weiterhin zur Verfügung", versichert er.