"Die Welt zu Gast im Landkreis Bamberg" - das gilt nicht nur während der ersten "Internationalen Woche", die unter Federführung des Landratsamtes gestern offiziell begann und noch bis zum 1. Oktober mit insgesamt 39 Veranstaltungen aufwartet (alle Informationen dazu unter landkreis-bamberg.de). Das prägt auch darüber hinaus den Alltag einer Region, die mit dem kompletten Globus vielfältig und komplex verbunden ist.

Neben kommunalen Partnerschaften gibt es vielerlei Berührungspunkte. Ausländische Unternehmen haben Standorte hier bei uns, Schüler gehen zum Austausch in fremde Länder, Studenten absolvieren Auslandssemester. Es gibt zahlreiche deutsche Unternehmen, die sich als Gobal Player auf dem Weltmarkt etabliert haben. Daneben spielt auch die Kultur eine wichtige Rolle in der Verbindung zwischen den Nationen. Die Bamberger Symphoniker sind weltweit unterwegs, in der Villa Concordia sind ausländische Künstler zu Gast und die Brose-Basketballer haben sich in Europa inzwischen einen Namen gemacht.


Kommunale Partnerschaften

Seit zehn Jahren pflegt der Landkreis Bamberg eine offizielle Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Jelenia Góra. Dieser Geburtstag ist auch der Ausgangspunkt für die "Internationale Woche". Außerdem bestehen durch die Beziehung zu Jelenia Góra inzwischen auch freundschaftliche Kontakte nach Jablonec (Gablonz) in Tschechien. So beteiligen sich Vertreter aus Gablonz ebenfalls an der "Internationalen Woche". Zudem unterhalten von den 36 Landkreis-Gemeinden zehn Partnerschaften mit insgesamt 14 Gemeinden aus anderen Ländern (siehe Karte).


Bildung und Religion

Viele Bildungseinrichtungen bieten ihren Schülern die Chance, andere Länder kennenzulernen und Freunde fernab ihrer Heimat zu finden. So stehen die Realschule Hirschaid mit dem Franziskus-Gymnasium in Leschnitz (Polen) im Austausch oder die Mittelschule Scheßlitz mit der "Charlton Manor Primary School" aus London. An der Otto-Friedrich-Universität Bamberg studierten im Wintersemester 2016/2017 über 1132 Menschen aus anderen Ländern: 250 von ihnen waren Austauschstudenten, die über das Erasmus-Programm in die Region Bamberg kamen, der Großteil der Studierenden aus dem Ausland (882) war jedoch regulär immatrikuliert. Diese Gruppe macht somit rund sechs Prozent der 13 277 eingeschriebenen Studenten aus. Auch im kirchlichen Bereich gibt es viele Verbindungen ins Ausland - am bekanntesten dürfte die Partnerschaft des Erzbistums Bamberg mit dem Bistum Thiés im Senegal sein.


Tourismus

Die Übernachtungszahlen im Landkreis entwickeln sich in den letzten Jahren sehr positiv. Im Jahr 2016 gab es deutliche, weit überdurchschnittliche Steigerungen. In den gewerblichen Betrieben, das sind die Unterkünfte mit zehn oder mehr Betten inklusive Camping, gab es einen Gästezuwachs von 6,7 Prozent auf knapp 213 000 Ankünfte. Mit 10,3 Prozent Steigerung erlebten die Übernachtungen einen regelrechten Schub und erreichten mit gut 397 000 Nächtigungen eine neue Bestmarke. Damit belegt Bamberg weiter die Spitzenposition im oberfränkischen Landkreisvergleich. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben auch die Besucher aus dem Ausland, die fast ein Viertel der Gästeankünfte ausmachen. Ihre Zahl stieg von 44 395 im Jahr 2015 um drei Prozent auf 45 728 im Jahr 2016, wobei mit Abstand die meisten Gäste (über 12 000) aus den  Niederlanden kommen.


Wirtschaft

Der Landkreis Bamberg sticht in Oberfranken mit der höchsten Beschäftigungsquote heraus. Verantwortlich dafür sind die Unternehmen vor Ort. Manch ein Unternehmer, der in seiner Garage klein angefangen hat, wurde hier zum Global Player. Aber auch Unternehmen aus dem Ausland setzen bewusst auf den Landkreis Bamberg. So haben beispielsweise der französische Reifenhersteller Michelin (in Hallstadt), der französische Tubenfabrikant Albea (in Scheßlitz) oder der niederländische Landtechnik-Händler Kramp (in Strullendorf) seit Jahren im Landkreis ihre Standorte. Viele Unternehmen sind auf internationaler Bühne zuhause, wie Brose Fahrzeugteile, der Treppendorfer Musikhändler Thomann, die Buttenheimer Medientechnik-Firma Salzbrenner oder Schaeffler Technologies.


Einzelpersonen

Mit dem Projekt "Botschafter werben für Bamberg" versuchen Stadt und Landkreis seit 2002 das Potenzial der Region zu nutzen und Türen in die Welt zu öffnen. Ausgewählte Persönlichkeiten sollen mit ihren Kontakten helfen, auf den Standort Bamberg aufmerksam zu machen und größere Unternehmen für diesen Wirtschaftsraum zu interessieren. Aktuell gibt es 80 Botschafterinnen und Botschafter - darunter zahlreiche Unternehmer wie Hans Thomann (Chef vom Musikhaus Thomann) oder Walter Schweinsberg (Geschäftsführer der Mediengruppe Oberfranken), aber auch Künstler wie die Schriftsteller Tanja Kinkel und Paul Maar, die Leiterin der Villa Concordia, Nora Gomringer, oder der Intendant der Bamberger Symphoniker, Marcus-Rudolf Axt, sowie gut vernetzte Menschen wie Uni-Präsident Professor Godehard Ruppert oder Sport- und Event-Manager Wolfgang Heyder. Sie ermöglichen Kontakte in - so die Homepage www.botschafter.bamberg.de - 131 Länder in nahezu der ganzen Welt - von A wie Aruba bis Z wie Zypern.