Die Idee ist einfach: Unsere Leser nennen uns Orte in Bamberg, die eine Schönheitskur benötigen und wir sammeln die Vorschläge. Dann haken wir bei den Verantwortlichen nach und erklären die Hintergründe. Im Rahmen unserer Schandflecken-Serie haben wir zahlreiche Bamberger Ecken genannt. An manchen Orten ist bereits etwas geschehen. Mancher Fleck ist weg. Andernorts gibt es immerhin Pläne, wie sich etwas entwickeln soll. Und dann gibt es auch Orte, wo in absehbarer Zeit wohl weiterhin ein Schandfleck klaffen wird.

Auch nach dieser Zwischenbilanz wollen wir nachhaken, wenn es in Bamberg Schandflecken gibt. Weitere Vorschläge für die Schandflecken-Serie nehmen wir per E-Mail an redaktion.bamberg@infranken.de entgegen. In weiteren Schritten konfrontieren wir die Verantwortlichen, erklären die Hintergründe und zeigen Verbesserungsvorschläge auf. Vielleicht lässt sich ja etwas bewirken.

Die einzelnen Orte (sie finden sich meist auch in der Bildergalerie):

Maisel-Gelände: 70 Wohnungen, Büros, Praxen, Sozialstation, Kindertagesstätte, Förderschule und Sporthalle sollen auf dem Brauereiareal entstehen.

Lokschuppen: Nach Jahren des Stillstandes soll einer der Rundbauten abgebrochen werden, der andere als Wohnmobil-Rondell revitalisiert werden.

Memmelsdorfer Unterführung: Sie wird wie die anderen im Zuge des Bahnausbaus abgebrochen und neu gebaut.

Maxplatz: Die große Leere will der Bürgerverein Mitte mit einem ebenerdigen Brunnen füllen, der Veranstaltungen nicht behindert. Bisher nur eine Idee.

Fußgängerzone: Mehr Bäume auf der Flaniermeile hält die Stadt u.a. wegen des Blicks aufs Welterbe und Rettungswegen für keine gute Idee.

Eichendorff-Gymnasium und Blaue Schule: Die Sanierung der Schulen erfolge nach Dringlichkeit. Brandschutz oder Inklusion sind dabei wichtiger als die Beseitigung optischer Mängel.

Klinikum-Parkdeck: Der Mangel an Stellplätzen soll durch ein neues Parkhaus entschärft werden. "Bauantrag ist eingereicht, Genehmigung steht noch aus", berichtet das Klinikum.

Gehsteig am Abtsberg: Stadtarbeiter haben sich die maroden Stellen angesehen, teilweise behoben.

Taubenkot ist nicht nur unter der Heinrichsbrücke eklig. Eine Reinigung hat kaum Besserung gebracht - eine Daueraufgabe.

Domplatz: Stadtplaner Franz Ullrich aus Bamberg widerspricht allen Kritikern - der Domplatz habe allenfalls minimale Verschönerung nötig.

Bauzaun in der Königstraße: Die störende Absperrung muss sein, weil hier eine Sanierung läuft. Daumen hoch.

Leerstand am Laubanger bietet ein tristes Bild. Die Eigentümer-Gesellschaft verspricht baldige Revitalisierungen durch neue Geschäfte. Die Stadt Bamberg will das Projekt wohlwollend begleiten.

Schmierereien stören an vielen Orten der Stadt, nur wenige Graffiti sind kunstvoll. Die FCN-Symbole an der Kettenbrücke hat die Stadt entfernt.

Roter Ochse: Das Ex-Gasthofgebäude verkommt in der Unteren Königstraße. Es gehört der German Property Group - die sich in der Sandstraße keinen guten Namen gemacht hat.

Leinritt: Die schlechte Straße mit Blick auf Klein-Venedig ist immer noch schlecht. Die Hundehaufen-Dichte am Ufer hat ebenfalls nicht abgenommen.

Das Zelt der Religionen am Markusplatz ist als interreligiöse Begegnungsstätte wichtig. Das bunte Design gefällt nicht jedem. Muss es aber auch nicht.

Vollgestopfte Mülleimer sind ein Ärgernis. Die Stadt hat ein Auge darauf, etwa am Maxplatz, und appelliert an Fieranten und Passanten.

Der marode Walmdachbau am Oberen Stephansberg steht auf der städtischen Liste an Denkmälern im Welterbe, die Sorge bereiten. Ein Investor muss her.

Der Vierkirchenblick ist ein Nullkirchenblick, weil Bäume die Aussicht versperren. Die stehen aber in einem Privatgarten, die Stadt überlegt deshalb, das Hinweisschild zu entfernen.

Schrottfahrräder entfernt die Stadt, wenn sie gemeldet werden, relativ zügig.

Der Bauzaun am Alten Kanal steht seit neun Jahren dort. Ein Streit zwischen Wasserwirtschaftsamt und Stadt steckt dahinter. Ob unser kritischer Artikel zur Schlichtung beiträgt?

Eine bröckelnde Fassade am Domplatz steht auf der To-Do-Liste der privaten Eigentümer, wie sie versichern. Doch die Investition will geplant sein.

Die engen Toiletten in der Schützengarage lassen sich laut Stadtwerken nicht vergrößern, werden aber täglich gereinigt.

Das Urnenfeld IV F am Friedhof ist so gestaltet, wie die anderen Urnenfelder auch. Das Friedhofsamt hat die Optik im Auge.