Die tödlichen Badeunfälle reißen nicht ab: Wie die Polizei am Dienstag mitgeteilt hat, ist außer dem 17-jährigen Afghanen am Wochenende noch ein weiterer junger Mensch nach einem Badeunfall gestorben.

Diesmal ist es ein Kind: ein sechsjähriger Bub, der am Sonntagnachmittag im Naturbadesee nahe Frensdorf verunglückt ist.

Wie die Polizei mitteilt, wurden sofort intensive Wiederbelebungsversuche gemacht und das Kind in ein Krankenhaus gebracht. Doch alle Bemühungen, das Leben des Jungen zu retten, waren vergeblich: Montagnacht starb das Kind in seinem Krankenbett.

Lebloser Körper im Wasser

Der Junge aus dem Landkreis war mit seinen Eltern an den mittlerweile sehr beliebten Frensdorfer See zum Baden gefahren. Zeugen haben den Sechsjährigen gegen 15 Uhr noch gesehen als er sich mit seiner elf Jahre alten Schwester eine Zeit lang in der Nähe des Ufers im Wasser aufhielt. Dann aber war der Bub plötzlich verschwunden. Die Eltern suchten verzweifelt nach ihrem Sohn - doch vergeblich. Ein anderer Badegast entdeckte kurze Zeit später den leblosen Körper des Jungen im Wasser.

Sofort begannen zwei Helfer mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Andere Badegäste alarmierten den Rettungsdienst. Das Notarztteam, das wenig später vor Ort war, führte die Wiederbelebungsmaßnahmen fort und lieferte den Buben in ein Krankenhaus ein.

Doch alle Bemühungen der Ärzte und des medizinischen Personals, das Leben des Sechsjährigen zu retten, blieben ohne Erfolg. Das Kind starb am späten Montagabend. Der Kriminaldauerdienst hat die Ermittlungen übernommen.

Die Stadt Bamberg nimmt den tragischen Tod des 17-Jährigen Afghanen in der Regnitz und den des Sechsjährigen im Frensdorfer Badesee zum Anlass für eine Warnung, beim Baden und Schwimmen in Naturgewässern besonders vorsichtig zu sein.

Warnung vor Baden in der Regnitz

In der Stadt Bamberg ist es insbesondere die Regnitz, deren Gefahren immer wieder unterschätzt werden. Im Text der Pressestelle heißt es: "Die Regnitz ist kein offizielles Badegewässer, das Baden im linken Regnitz-Arm sowie dem Main-Donau-Kanal ist verboten. In Nähe der Wehre bzw. des Hochwassersperrtors herrscht Lebensgefahr."

Lediglich in einem begrenzten Bereich auf Höhe der Hainbadestelle sei das Schwimmen auf eigene Gefahr erlaubt.

Die Gefahren für Schwimmer, die gegen die Verordnung der Stadt Bamberg verstoßen, seien vielfältig und nicht ohne weiteres sofort zu erkennen. Eine starke Wasserströmung, Treibgut, Schlingpflanzen im Wasser und die geringe Sichttiefe seien Faktoren, die ein vermeintlich unbeschwertes Bad rasch zu einer echten Gefahr machen können.

Bei dem anderen Wasserweg in der Stadt Bamberg, der Großschifffahrtsstraße Main-Donau-Kanal, handele es sich um eine Bundeswasserstraße mit strengen Richtlinien: Hier sei das Baden im Bereich von Brücken 100 Meter ober- und unterhalb strikt verboten.

Zwinge ein Schwimmer ein Schiff zu einem Ausweichmanöver, sei das rein rechtlich ein gefährlicher Eingriff in den Schiffsverkehr, wie Hans Römmelt von der Wasserschutzpolizei erläutert. Dies ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat.

Wasserstraße wie Autobahn

Auch der Vorsitzende der Bamberger Wasserwacht, Marcus Petermann, warnt vor dem unüberlegten Schwimmen und dem bei Jugendlichen so beliebten Brückenspringen: "Der Schiffsverkehr auf der Bundeswasserstraße ist vergleichbar mit dem Verkehr auf einer Autobahn. Die Schiffsführer haben keine Chance, einen Schwimmer zu sehen, und gegen den Sog, den so ein Schiff erzeugt, kommt kein Schwimmer an."

Springen von Brücken ist gefährlich

Die Stadt weist dringend darauf hin, dass das Springen von sämtlichen Brücken nicht nur außerordentlich leichtsinnig, sondern auch verboten ist. Sie appelliert an alle Bürger, sich nicht leichtfertig in Gefahr zu begeben. Wer beim Sprung von einer Brücke oder beim unerlaubten Baden in der Regnitz erwischt wird, hat mit einer Anzeige und einer Geldbuße in Höhe von bis zu 1000 Euro zu rechnen. "Wir greifen hart durch", warnt Hans Römmelt, Leiter der Wasserschutzpolizei Bamberg.

Gefährlicher-Steg

Am gefährlichsten stuft der Leiter er den Heinrich-Bosch-Steg an der Konzerthalle ein, weil auch hier reger Personen-Schiffsverkehr herrscht. Ein weiterer gefährlicher Punkt ist die Flussstelle beim Wasserschloss Concordia, die sich bei vielen Schwimmern als sehr beliebt erwiesen hat. Seit 2012 fährt eine Fußgängerfähre. Deshalb verlaufen Stahlseile quer durch den Fluss, an denen sich Schwimmer stark verletzen können. Zudem ist schon hier der Sog der Turbinen nicht zu unterschätzen. gg/pol/US