"Unsere Schulis sind in ihrem neuen Domizil angekommen." Antje Ginalski, Leiterin der Kindertagesstätte in Kemmern, hat Grund zu Freude. Nachdem im Februar 2014 der Beschluss fiel, die Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung für die Schulkinder künftig in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Schule unterzubringen, ging alles ganz schnell, denn jetzt wurden die neuen Räume bereits eingeweiht.

Es war ein Hin und Her. Ein Pendeln zwischen Kindertagesstätte, wo es Mittagessen gab und Schule, wo die Kinder weiter in einem Klassenzimmer betreut wurden. Und es wäre noch schlimmer geworden, denn eine Bedarfsabfrage der Gemeinde hatte steigende Nachfrage gezeigt. Und so stimmte der Gemeinderat im Februar geschlossen dafür, die bisherige Hausmeisterwohnung im Schulhaus, die seit einigen Jahren leer stand, umzubauen und für die Betreuung zu nutzen. Als Träger konnte Bürgermeister Rüdiger Gerst (CSU), wie auch bei der Kindertagesstätte, die katholische Kirchenstiftung gewinnen.

Großer Aufwand

Der Umbau der Wohnung war dabei keine leichte Sache. "Insbesondere Sicherheitsfragen haben uns beschäftigt", so Gerst am Einweihungstag. Hinzu kamen der Austausch der Böden, neue Elektrogeräte für die Küche, Heizkörper und WC-Anlagen.

Nun ist die Betreuung für 25 Kinder ausgelegt, eine Überbelegung von zehn Prozent ist möglich. "2013 hatten wir 15 Schulkinder in der Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung, 2014 sind es nun schon 26", erklärt Antje Ginalski. Besonders gut sei die neue Lösung auch, weil die Kinder nun das Schulhaus nicht mehr verlassen müssen - kurze Wege sind angesagt. Ginalski lobt auch das erfahrene Team um Ingeborg Ledermann, die die Leitung übernimmt. Nicht möglich gewesen wäre der Umbau ohne die Leistungen des Bauhofs, vor allem nicht im Rahmen des Budgets von 50 000 Euro, das der Gemeinderat festgesetzt hatte.

Betreut werden die Kinder in Kemmern von Schulschluss bis etwa 16.30 Uhr. Gerst sieht die Betreuung auch als Antwort auf die gesellschaftliche Entwicklung, wobei eine Schulkinderbetreuung in Kemmern nichts Neues sei, immerhin gebe es sie schon seit acht Jahren. Pfarrer Valentin Tempel übernahm dann die kirchliche Segnung der Räume und las eine Passage aus dem Markusevangelium: "Lasset die Kinder zu mir kommen ...". Er wandte sich auch direkt an die Hauptakteure des Tages: "Alle Leute, die heute hier sind, wollen euch helfen."

Sehr gelungen

Mit einem Liedvortrag fand die Einweihung ihren Abschluss - und dann durften sich auch die Erwachsenen die umgebaute Hausmeisterwohnung etwas genauer anschauen. Schulrektorin Gisela Koschwitz meinte: "Ich komme viel herum, auch in anderen Schulen, und ich kann sagen, dass diese Räume für eine Mittagsbetreuung zu den gelungensten gehören."