Zum Vogel des Jahres wurde sie gewählt, die Dohle. Diese kleine Rabenvogelart leidet zunehmend unter extremen Lebensraumverlusten. Gleichfalls fungiert sie als natürlicher Indikator für eine noch intakte Umwelt.
Dort, wo sie auftritt, findet der schlaue Vogel noch ausreichend Nahrung für sich und im besten Fall für seine Kinder. Die günstigsten Nahrungsbedingungen nützen dieser Art, die zwischenzeitlich in vielen Bundesländern auf der Roten Liste bedrohter Vogelarten steht, jedoch sehr wenig, wenn keine geeigneten Brutplätze mehr zur Verfügung stehen. Hier setzt ein Projekt an, das Artenschutz in Franken, Bund Naturschutz, Gemeinde Litzendorf, Pfarrgemeinde Litzendorf, Landesbund für Vogelschutz und die Grundschule Litzendorf in Abstimmung mit den Fachbehörden des Denkmalschutzes und des Naturschutzes gemeinsam betreuen.

Die Litzendorfer Pfarrkirche St. Wenzeslaus war lange Zeit ein wichtiges Dohlendomizil. Gebäudeverschlüsse zur Sicherung vor in das Bauwerk einfliegende verwilderte Tauben führten auch dazu, dass die Dohlen das Bauwerk verlassen mussten. Die Vögel wichen aufgrund des Nistplatzmangels unter anderem in (verlassene) Kamine aus. Dieses Verhaltensmuster ist für den Menschen mit hohen Risiken verbunden, da hier Kohlenmonoxid Vergiftungen entstehen können. Abströmendes Gas kann dem Kamin nicht mehr entweichen, da die Dohlen die Kamine mit Nistmaterial verstopfen, heißt es in einer Pressemitteilung von Artenschutz in Franken..

Bei einem umfangreichen, mehrjährigen Dohlen-Monitorring wurden das Verhalten und die Bestandsdichte analysiert. Daraufhin wurde ein Konzept erarbeitet, das Artenschutz-, Umweltbildung- und Gebäudesicherheit in sich vereint. Bereits im vergangenen Jahr wurden Dohlennistplätze im Turm der Kirche errichtet. Spezialnisthilfen ermöglichen es den Dohlen, nun wieder in ihre angestammten Refugien zurückzukehren. Die durchdachte Konstruktion der Nistmodule ermöglicht es den Tieren jedoch nicht, in die Kirche an sich vorzudringen. Eine Verschmutzung ist damit ausgeschlossen.

Gemeinsam mit der Grundschule Litzendorf wurde ein Umweltbildungskonzept erarbeitet, das es den Kindern ermöglicht, am Leben der Dohlen teilzuhaben. Nistkastenkameras blicken bei Tag und Nacht in die Nisthilfen und ermöglichen es den Schülern, die Entwicklung der Dohlen zu beobachten. Die Schüler werden die Eindrücke aus der Kinderstube der Dohlen in Form eines Dohlen-Tagebuches zusammenfassen. Und jeden Tag wird es spannender, denn das Schlüpfen der Jungdohlen steht kurz bevor.

Mehr zum Projekt im Netz unter www.artenschutz-franken.de