Sie haben nicht viel Zeit, denn sie wollen in eine wichtige Sitzung. Eine, in der es um die Sanierung der Martinskirche geht. Denn nun können die Arbeiten losgehen. "Das ist jetzt der Start nach einer langen Vorbereitungszeit", sagt Pfarrer Anton Heinz.
Um ihn herum stehen Architekten, Maler, Ingenieure, Haustechniker, Denkmalpfleger, ein Vertreter der Erzdiözese Bamberg, Gemeindemitglieder und andere, die am Projekt Martinskirche beteiligt sind.
"Die Untersuchungen waren erschreckend. Das Schadensbild ist sprunghaft angestiegen", sagt Statiker Günther Döhring. Er spricht von Rissen in der Kuppel und im Tonnengewölbe, von einem "mächtigen Dachwerk", das die Außenwände des Gotteshauses nach außen drücke. "Es besteht die Gefahr, dass die Stabilität nicht mehr gegeben ist."

Deswegen war die Kirche im Frühling 2013 einige Wochen lang ganz geschlossen. Doch dann wurde eine vorübergehende Lösung gefunden, indem man einen Seitenaltar - im nicht gefährdeten Teil - zum liturgischen Zentrum auf Zeit machte.
Gut für Kirchengemeinde und Gläubige, die den Weg in das Gotteshaus in der Fußgängerzone finden: "Wir können die Kirche während der gesamten Bauzeit weiter nutzen", sagt Pfarrer Heinz. "Je nach Bauphase werden werden wir unsere Gottesdienste in anderen Teilen der Kirche halten."

Doch der Blick wird auch immer wieder zur Kuppel gehen. Die ist etwas ganz Besonderes, ein "Meisterwerk der barocken Baukunst", wie Statiker Döhring sie bezeichnet. Eine Kuppel mit 17 Metern Spannweite auf der Längsseite, 14 Metern in der Querrichtung - und einem Gewölbe, dass nur 16 Zentimeter dick ist. "Es ist außergewöhnlich, dass das Gewölbe auf diese Spannweite so dünn ist", sagt Bauingenieurin Anja Stock.
Aber: "Die Ausreizung des Baustoffs stößt bei besonderen Belastungen an Grenzen", erläutert Statiker Günther Döhring. "Etwa durch Hochwasser oder die Druckwellen von Bomben, die im Zweiten Weltkrieg abgeworfen wurden."

In den kommenden drei Jahren - dieses Zeitfenster ist für die Sanierung angesetzt - sollen die Risse in der Kuppel verschlossen, Stahlbetonbalken im Dach von der letzten Sanierung in den 1980er Jahren miteinander verspannt, das steinerne Gewölbe und das Dachwerk stabilisiert werden.
Kosten wird das rund fünf Millionen Euro, wie Johannes Sieben, der bauleitende Architekt, sagt. Auf diese Summe sei man nach den Voruntersuchungen im Jahr 2013 gekommen. "In den Kosten ist auch die Innenraum-Renovierung enthalten", sagt Sieben. An den Gesamtkosten muss sich die Pfarrgemeinde Sankt Martin mit 500 000 Euro als obligatorische Eigenleistung beteiligen. Um das Geld aufzubringen, hat sich ein Förderverein gegründet.

Welche Stellen sich den Hauptteil der Kosten aufteilen, kann Pfarrer Heinz zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Anträge an Zuschussgeber seien gestellt, man warte noch auf eine Rückmeldung.
Diözesanarchitekt Karl-Heinz Rottmann gibt grob an: "Den Löwenanteil wird die Erzdiözese Bamberg übernehmen. Außerdem wird wohl die Oberfrankenstiftung einen Teil tragen." Er weiß, wovon er spricht. Denn die Martinskirche ist nicht das einzige sanierungsbedürftige Objekt, das er betreut. "Die Obere Pfarre schlägt mit sechs Millionen Euro zu Buche. Sankt Martin hier mit fünf Millionen. Und die Erweiterung der Maria-Ward-Schulen kostet 15 Millionen Euro", sagt er.
Mehr kann er nicht mehr erläutern, denn er ist auf dem Sprung - zur wichtigen Sanierungs-Sitzung zur Martinskirche. Die anderen sind schon vorgegangen.