Sven T. (alle Namen geändert) räumte am Dienstag im Rotlicht-Prozess vor dem Landgericht Bamberg seine Tatbeteiligung am Brandanschlag, mit dem ein konkurrierender Bordellbetrieb im Laubanger ausgeschaltet werden sollte, ein. Allerdings habe er geglaubt, dass nur in dem Etablissement randaliert werden sollte, von der Brandlegung habe der 26-Jährige nichts gewusst.

Das Gleiche sagte auch Rüdiger D., der darüber hinaus aber seine Beteiligung an den Buttersäureanschlägen gestand. So habe der 27-Jährige nach dem Einbruch in das Etablissement im Jahr 2016 dort die stinkende Flüssigkeit verteilt. Bei dem Brandanschlag im Januar 2017 war ein Sachschaden von rund 50.000 Euro entstanden. Eine Bewohnerin aus dem oberen Geschoss musste aus dem verrauchten Treppenhaus durch die Polizei gerettet werden.

Wegen der Anschläge müssen sich insgesamt sieben Männer aus Bamberg, dem Landkreis Bamberg und dem Landkreis Haßberge vor Gericht verantworten. Die Fäden im Hintergrund soll dabei ein 55-Jähriger aus Bamberg gezogen haben, der selbst einen Bordellbetrieb hat. Allerdings schweigt der Beschuldigte bisher. Alle anderen Angeklagten hatten sich - zum Teil nur kurz - eingelassen.


Die Angeklagten belasten sich gegenseitig

Auch Peter U., der eigenen Angaben zufolge die Nachfolge des 55-Jährigen antreten sollte, hatte ausführlich ausgesagt. Der 26-Jährige belastet seinen älteren Geschäftspartner schwer. Dieser soll ihn psychisch unter Druck gesetzt haben, um die Taten auszuführen. Dagegen schieben die anderen Angeklagten Peter U. die Schuld zu - dieser soll sie zum Teil eingeschüchtert haben, damit sie sich an den Anschlägen beteiligen. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft bereits Zweifel an einigen Aussagen geäußert.

Der Prozess dauert noch mehrere Verhandlungstage. Mehr zum vierten Prozesstag lesen im Premiumbereich.