In diesem März musste die Musikszene in Bamberg und im Landkreis einen herben Rückschlag überstehen: Das sogenannte House of Music in der Böttgerstraße schloss seine Pforten. Bauliche Mängel, fehlende Belüftung und schlechter Brandschutz hatten sein Ende besiegelt. Maximilian Mende wollte die Situation nicht einfach hinnehmen. Mit einer Onlineumfrage unter Bambergs Musikern wollte der Veranstalter wissen, was der Wegfall von gut 50 Proberäumen bedeutet und welche Wünsche offen sind.

Mende hat nun erste Zwischenergebnisse: Von den 47 Bands, die bis jetzt mitgemacht haben, brauchen circa 90 Prozent einen Proberaum. "65 Prozent der teilnehmenden Bands sind direkt von der Schließung des House of Music betroffen", erklärt der Festivalorganisator. Das Ergebnis habe seine Vermutung bestätigt. Zudem kämpften 38 Prozent noch mit der Abwicklung der alten Mietverträge.

"Ich fand's ziemlich schade, dass die Proberäume schließen mussten. Ich kannte es gar nicht anders", erzählt Hannes Fuchs, der sei dem Jahr 2016 dort seine E-Gitarre bespielte. Sein Bandkollege von "Hunted by hundreds", Bassist Philipp Engelbrecht, pflichtet ihm bei: "Das ist, wie wenn man einem Fußballspieler seinen Platz wegnimmt. Man kann zwar auch auf der Straße kicken, aber das ist nicht das Gleiche." Erstmal kam man privat unter, bis die Vermieter von der Lautstärke genervt waren. Dann hieß es von Proberaum zu Proberaum zu wechseln.

Der logistische Aufwand steigt: "Jetzt müssen wir zweimal die Woche unsere Verstärker rein- und rausschleppen. Die Proben kosten damit mehr Zeit", erklärt Fuchs. Außerdem können Proben nur noch zu bestimmten Zeiten stattfinden und nicht immer dann, wenn die Band Zeit hat, sich zu treffen. Mit ihren Sorgen sind die beiden Musiker nicht allein: Weitere Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass neue Bandprobenräume neben dem ständigen Zugang über eine Heizung, Belüftung und besseren Brandschutz verfügen sollten. Damit die Bands einen sicheren und dauerhaften Mittelpunkt für ihre Vorbereitung haben.

Mit der Umfrage will Mende Druck auf die Stadt machen, damit eine gute Lösung gefunden wird. "Ich habe das Gefühl, dass die Entscheidungsträger in der Stadt nicht wissen, was gebraucht wird", findet Musiker Thomas Ochs. Aus seiner Sicht fehlt es an günstigen Proberäumen, die nicht zu teuer saniert wurden. "Hobbymusiker, die ihre eigenen Stücke schreiben, verdienen kaum Geld damit und konnten sich früher schon die zehn Euro pro Quadratmeter kaum leisten", erläutert er.

Von Stadtspitze enttäuscht

Außerdem ist er von der Stadtspitze enttäuscht: In einer Bürgersprechstunde im Frühjahr bekam Kulturbürgermeister Christian Lange (CSU) den Auftrag, Proberäume für den Übergang auszuloten. Bis jetzt sei nicht viel passiert: "Kurzfristig ist für mich vorbei", meint Ochs. Unter der Situation litten schließlich nicht nur die Bands sondern die gesamte Veranstaltungsszene in der Sandstraße.

Auch für Christian Lange decken sich die Ergebnisse der Umfrage mit seinen Erwartungen. "Wir haben einige Gespräche mit Immobilienbesitzern geführt, um Proberäume kurzfristig zur Verfügung zu stellen, aber die Auflagen beim Brandschutz und dem Lärmschutz sind zu aufwendig." Deshalb habe er sich auf eine dauerhafte Lösung konzentriert. Und es gibt auch schon einen ersten Hoffnungsschimmer am Bamberger Bandhimmel: "Ich bin zur Zeit im Austausch mit einer Privatperson, die es sich vorstellen kann, ihr Gebäude zu Proberäumen weiterzuentwickeln", schildert Lange die Situation. Zum zeitlichen Fahrplan konnte er noch keine Angaben machen, aber er ist optimistisch, dass sich eine Lösung finden wird. Welche Größe die Proberäume haben werden und wie viel die Bands dafür berappen müssen, ist noch unklar.

Wer ebenfalls von der Proberaumsituation betroffen ist, kann noch bis zum 17. November unter https://bit.ly/proberaeume2019 an der Umfrage teilnehmen.