Die neuen Windräder zwischen Würgau und Königsfeld sind nach wie vor ein Zankapfel zwischen Befürwortern und Gegnern. Lange standen die Rotoren still, weil die Fundamente nachgebessert werden mussten. Jetzt hat sich neues Ungemach eingestellt: Wer haftet, wenn im Winter Spaziergänger auf den vorbei führenden Wanderwegen durch herab fallende Eis- oder Schneebrocken verletzt werden? Eine Wandergruppe hat sich deshalb in einem offenen Brief an das Landratsamt als Genehmigungsbehörde gewandt.

Den Wanderern war aufgefallen, dass an Flurwegen im Bereich der zuletzt aufgestellten drei Windkraftanlagen vor kurzer Zeit Schilder - auf öffentlichem Grund - neu aufgestellt worden waren, die von den Benutzern dieser Wege als Warnung vor Gefahren verstanden werden sollten. Gerichtet sei diese Warnung an Wanderer, Spaziergänger und Mitarbeiter der hier tätigen landwirtschaftlichen Betriebe, denen durch die Windräder offenbar Schaden drohe.

Und genau damit will man sich nicht zufrieden geben, denn das würde bedeuten, dass "witterungsbedingt" mehrere Wege im Winter nicht mehr gefahrlos zu begehen seien. Mit der Aufstellung der Schilder übertrage die Firma respektive die Behörde das Risiko an die Benutzer der Wege. Und dagegen setzt man sich zur Wehr. "Es ist doch wohl selbstverständlich, jegliche Gefährdung von Mensch und Tier von vorneherein bei einer Genehmigung derartiger Baumaßnahmen unter allen Umständen auszuschließen", argumentieren die Wanderer. Dabei sei es allein Aufgabe der Betreiber oder der Aufsteller der Schilder, die Errichtung und den Betrieb auf diese für die Menschen einleuchtenden Voraussetzungen auszurichten.

Bei Eisgefahr abschalten

Eine mögliche Gefährdung oder Beschädigung an in unmittelbarer Nähe verlaufenden Hochspannungsleitungen könne zusätzlich zu nicht vorhersehbaren Folgen führen. Deshalb fordern die Wanderer, statt Schilder aufzustellen "unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um einen absolut gefahrlosen Betrieb der Windräder - gegebenenfalls durch Abschaltung in entsprechenden Zeiträumen - zu gewährleisten".

Christina Romig, Geschäftsbereichsleiterin Planen, Bauen, Umwelt am Landratsamt Bamberg, weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass im Genehmigungsverfahren alle öffentlich-rechtlichen Vorschriften geprüft würden, so dass Gefahren für die Bevölkerung grundsätzlich ausgeschlossen sind. Im Bescheid sei deshalb eine Auflage formuliert, nach der alle möglichen Vorkehrungen zu treffen sind, damit eine Gefährdung durch Eisabwurf verhindert wird. Die Anlagen sind bei Eisansatz durch entsprechende technische Vorrichtungen (z.B. Detektoren) außer Betrieb zu nehmen. Die angesprochenen Schilder seien als zusätzlicher Warnhinweis aufgestellt worden.

Einem Urteil des OVG Rheinland-Pfalz zufolge könne ein Nachbar nicht verlangen, dass jedes theoretische Risiko, durch den Betrieb einer Windkraftanlage von Eiswurf betroffen zu sein, ausgeschlossen wird.
Außerdem, so die Beschwerdeführer weiter, hätten Warnblinklichter an der Mastspitze von Windkraftanlagen offenbar den Zweck, Gefahren für den Luftverkehr abzuwenden. Schon seit mehr als zwei Jahren aber sei eines dieser Warnlichter auf einem südlich davon befindlichen Gittermast außer Betrieb.

Warnlichter müssen leuchten

Bei einem Ausfall der Befeuerung müsse grundsätzliche eine automatische Umschaltung auf ein Ersatzfeuer erfolgen, lässt dazu das Landratsamt wissen. Derartige Ausfälle seien umgehend der Notam-Zentrale in Frankfurt zu melden. Die Befeuerung der Anlagen in Litzendorf sei mittlerweile repariert und wieder funktionsfähig.