Francesco Conti kann sich nicht vorstellen, dass es jemand auf ihn abgesehen haben könnte: "Ich habe niemandem etwas getan", sagt der Besitzer des italienischen Restaurants Osteria Da Conti. Und ergänzt: "Ich will einfach nur arbeiten." Francesco Conti bietet seit Juni mediterrane Köstlichkeiten am Babenbergerring an. Sein Lokal lief bisher sehr gut, sagt er. Er sei sehr zufrieden hier an dem Platz.

Alles war gut. Bis in der Nacht zum Sonntag ein Stein gegen sein Restaurant geschmissen wurde. Die Scheibe ist nicht kaputt gegangen - es sind trotzdem deutliche Spuren zu sehen: Der Stein krachte zwischen drei und vier Uhr nachts gegen das Restaurant von Conti.

Wenig später brennt das Solarium, das zwei Geschäfte neben Contis Restaurant liegt (wir berichteten). Die Feuerwehr rückt an. Die 25 Bewohner, die im Haus über der Ladenzeile wohnen, werden evakuiert. Das Solarium brennt komplett aus. Rauch und Ruß zieht auch in die Nachbarläden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

"Verpisst Euch!"

Die Kriminalpolizei Bamberg ermittelt inzwischen - es sei aufgrund der Spurenlage sehr wahrscheinlich, dass es sich um Brandstiftung handelt, heißt es von der zuständigen Polizeipressestelle in Bayreuth. Welche Spuren gesichert wurden, wird jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.

Was allerdings auch Anwohnern aufgefallen ist: Vor gut einer Woche haben Unbekannte das Restaurant von Francesco Conti beschmiert, darauf stand in schlechtem Deutsch: "Verpiss dich Itaker!" Auch das Friseurgeschäft "Haarideal" direkt rechts neben dem ausgebrannten Solarium war beschmiert. Und auf dem Schaufenster des Solariums stand: "Verpisst Euch!" In den Schmierereien waren jedes Mal Schreibfehler.

Welchen Hintergrund das hat, lässt sich kaum sagen. Der Besitzer des Solariums war nicht zu erreichen. Gründe für die Anfeindungen sind unklar. Francesco Conti, der Restaurantinhaber, glaubt dennoch nicht, dass es jemand auf ihn abgesehen hat. Den Besitzer des Solariums kennt er auch nur flüchtig. Schließlich handelt es sich um ein Sonnenstudio, das die Kunden selbst bedienen können - es muss nur jemand morgens auf- und abends wieder zusperren.

Reinigung schwierig

Dort, wo das Solarium bisher war, sind die ausgebrannten Räume nun mit Brettern vernagelt. "Wegen Brandschaden vorübergehend geschlossen", steht auf Schildern in den Schaufensterläden. Die Bestandsaufnahme läuft - auch beim Friseurgeschäft "Haarideal", das direkt an das ausgebrannte Solarium anschließt.

Da geht es erst einmal nicht mehr weiter. Inhaber Edgar G. Schramm verweist darauf, dass Kunden in die Filiale Luitpoldstraße 39 gehen sollen: "Dort finden die Kunden unsere Mitarbeiter vom Babenbergerring", sagt Schramm.

Er muss jetzt eine Spezialfirma beauftragen: "Vom Stuhl bis zur Schere muss alles gereinigt werden", sagt Schramm. Die Verschmutzung durch den Brand ist anders nicht zu beseitigen. Eventuell hat es auch Wasserschäden gegeben, das muss nun festgestellt werden. Überhaupt wird der Schaden momentan noch ermittelt.

Wie es bei der Joseph-Stiftung - der das Gebäude gehört - heißt, könne man zum entstandenen Schaden noch keine Schätzung abgeben.

Francesco Conti muss sich auch noch einen Überblick verschaffen. Er will allerdings möglichst sein Restaurant offen lassen. Am Montag ging das noch nicht, aber im weiteren Verlauf der Woche will er eventuell schon wieder Gäste empfangen. Er würde sich wünschen, wenn die Polizei nun etwas mehr aufpasst.

"Haarideal"-Geschäftsführer Edgar G. Schramm sagt: "Hoffentlich werden die Täter gefunden und die Sache aufgeklärt." Es soll ja auch beim Friseur schnell weitergehen - vor Weihnachten wird es aber voraussichtlich noch nichts.

Die Kripo Bamberg bittet weiter um Hinweise: Wer möglicherweise etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich unter Telefon 0951/9129491 zu melden.