Bei der Einweihung des Rad- und Gehwegs wehte in Kremmeldorf nicht nur die Fahne der Gemeinde Memmelsdorf, sondern auch die der Nachbarkommune Litzendorf. Und dies nicht nur, wie die beiden Bürgermeister Johann Bäuerlein und Wolfgang Möhrlein wiederholt betonten, weil der neue Radweg von Kremmeldorf nach Schammelsdorf und umgekehrt führt, sondern weil er ohne die enge Zusammenarbeit der beiden Gemeinden erst gar nicht zustande gekommen wäre.

Die Bedeutung des Radweges unterstrichen sowohl Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof (CSU) als auch Landrat Günther Denzler (CSU). "Er verbindet nicht nur die beiden Gemeinden miteinander, sondern er trägt auch entscheidend dazu bei, dass der Landkreis familienfreundlicher wird, der Tourismus gestärkt und die Freizeit- und Erholungsangebote in der Region gesteigert werden", sagte der Landrat.

Nun könnten junge Familien unbesorgt per Fahrrad oder zu Fuß verkehrssicher in die benachbarten Gemeinden gelangen. Aber auch der Landkreis-Tourismus profitiere vom Ausbau des Radnetzes. Denn durch den neuen Rad-und Gehweg sei eine Lücke im Rad- und Wanderwegenetz der "fränkischen Toskana" geschlossen worden.

Auch Pfarrer Peter Barthelme, der auf seinen verhinderten Amtskollegen aus Schammelsdorf verzichten musste, sprach bei der Segnung von einer wichtigen Funktion des Radweges. "Gerade in Zeiten, in denen Menschen nur noch auf Datenautobahnen im Internet unterwegs sind, ist es umso wichtiger, dass sich Personen von Angesicht zu Angesicht treffen." Der Radweg solle dazu verhelfen, dass sich nicht nur Kinder aus beiden Gemeinden gefahrlos besuchen können.

Bürgermeister Wolfgang Möhrlein selbst hätte, wie er bei der feierlichen Einweihung betonte, fast nicht mehr an die Verwirklichung des Rad- und Gehweges geglaubt. "Doch dieses Beispiel zeigt einmal mehr, was alles möglich ist, wenn zwei Gemeinden an einem Strang ziehen."

Der Radweg selbst, so schilderte Memmelsdorfs Bürgermeister Bäuerlein, wurde in nur einem halben Jahr Bauzeit fertiggestellt. Die Gesamtkosten dafür betrugen rund 230 000 Euro. Etwa siebzig Prozent der Kosten würden aus dem Sonderbaulastprogramm gefördert. "Der neue Geh- und Radweg ist 2,50 Meter breit und 735 Meter lang. Für seinen Bau mussten insgesamt 2000 Kubikmeter Erdmassen abgetragen werden", berichtete Bäuerlein. Diese wurden jedoch an anderer Stelle der Trasse als Dammschüttung wieder eingebaut.