Er hat gar nichts gesagt, der Angeklagte selbst. Vor der Zweiten Strafkammer des Bamberger Landgerichts hat der 57-jährige Forchheimer eisern geschwiegen. Dafür haben die beiden Ex-Freundinnen von Kalle W. (Name geändert) umso mehr ausgepackt.

Beide Damen sind bereits verurteilt. Beide für Taten, die wohl in Zusammenhang mit der Karriere von Kalle W. als Drogenhändler stehen. Der soll zwischen 2009 und 2012 insgesamt über zwei Kilogramm der synthetischen Droge "Crystal" im Ausland gekauft und dann im Raum Bamberg und Forchheim weiter verkauft haben - in insgesamt 22 Fällen. Die Ware hat er laut Anklageschrift regelmäßig zu Preisen zwischen 25 und 40 Euro pro Gramm ein- und dann für 100 Euro je Gramm verkauft.

Am ersten Verhandlungstag wurden die beiden Ex-Partnerinnen von Kalle W. als Zeuginnen vor Gericht befragt. Beide Frauen wurden erst vor kurzem verurteilt, weil sie selbst mehrmals Methampetamin ("Crystal") aus der Tschechischen Republik nach Deutschland geschmuggelt hatten - im Auftrag ihres Lebensgefährten, wie beide behaupten. Linda M. (Name geändert) sagte aus, dass sie für Kalle W. auf dessen Anweisung Rauschgift über die Grenze geschmuggelt habe. Teilweise habe sie das Geld für die Drogen dem Lieferanten übergeben, einmal habe sie es auch überwiesen.

Transportiert wurde die Ware auf unterschiedlichen Wegen. "Ich habe mal einen Teddy bekommen, in dem 200 Gramm Crystal versteckt waren. Da hat sich dann aber gezeigt, dass das Zucker war", sagte sie. In einem anderen Fall schmuggelte sie die Drogen, indem sie die Tütchen mit dem "Stoff" in ein Kondom steckte und sich dieses vaginal einführte. Auf diese Weise transportierte sie 20 Gramm Crystal unerkannt über die Grenze. Zudem versteckte sie die Drogen zeitweise in ihrer Wohnung, in Blumenvase und Teekanne - und für etwa fünf Monate den Angeklagten selbst. Der habe seinen Haftbefehl nicht antreten wollen, wie Linda M. sagte.

Bei seiner zweiten Lebensgefährtin hat sich Kalle W. wohl nicht versteckt, er soll die Partnerin aber ebenfalls in seine Drogengeschäfte eingespannt haben. Ilse P. (Name geändert) gab an, dass sie etwa fünf bis acht Mal für Kalle W. Crystal in Tschechien holte. "Ich hab mir das dann unter den Busen gesteckt", sagte sie aus. Kontrolliert worden sei sie nie. Beide Frauen erfuhren nach einer Weile voneinander und hegten den Verdacht, dass ihr Partner "zweigleisig fuhr", wie Ilse P. sagte. Daraufhin habe sie die Beziehung zu Kalle W. beendet.
Beide Frauen erklärten unabhängig von einander, dass sie dem Angeklagten aus Liebe hörig gewesen seien. "Heute würde ich sagen, das war Blödheit", merkte Ilse P. an.