Der Name "Fröscher", wie die Priesendorfer Bevölkerung in früheren Zeiten genannt wurde, stammt vom ehemaligen Gewerbe, das diese ausführten. Haupterwerb der Menschen war die Landwirtschaft. Das magere Einkommen wurde durch den Verkauf gesammelter Beeren und selbst gebundener Besen aufgebessert. Zusätzlich verdingten sich die Priesendorfer als Froschfänger, quasi "Fröscher".

Heute leben im Gemeindegebiet Priesendorf etwas mehr als 1500 Einwohner, die ihren Lebensunterhalt höchstwahrscheinlich nicht mehr mit dem Fangen von Reptilien verdienen. Humorvolles Relikt der Zeit als Froschfänger ist der "Froschbrunnen" neben der Wallfahrtskapelle.


Leben in Priesendorf

Die Gemeinde in der Nähe der Bezirksgrenze zwischen Unter- und Oberfranken liegt liegt inmitten der Natur. Auch wenn nicht mehr der Großteil, sondern nur noch ein kleiner Prozentsatz der Priesendorfer sein Geld mit dem Gärtnern verdient, kann man dennoch noch immer Priesendorfer Produkte auf den Märkten kaufen. Heutzutage sind das hauptsächlich Blumen und Christbäume in der Adventssaison.

Neben der Gärtnerei gibt es in Priesendorf noch zahlreiche weitere Arbeitgeber, die den Lebensunterhalt vieler Bürger sichern. Die Ausweisung neuer Baugebiete und bezahlbarer Baugrund locken junge Familien ins Dorf und sorgen für frischen Wind in der Gemeinde. Eine Kindertagesstätte, eine Schule, Sportanlagen und weitere Annehmlichkeiten kommen den Bedürfnissen neuer und alteingesessener Bürger entgegen und erhöhen den Wohnkomfort.

Ein neu gebautes Schießsportzentrum mit verschiedenen Angeboten für Sportschützen , Tennisplätze und ein Reiterhof sind nur einige der Freizeitaktivitäten, die in Priesendorf möglich sind. Eine Vielzahl an Vereinen lädt zum geselligen Beisammensein und zur ein oder anderen Festivität im Ort ein. Es gibt einen Eisstockclub, eine Chorgemeinschaft, einen Gruppierung der Freien und unabhängigen Bogenschützen, einen Musikverein, einen Obst- und Gartenbauverein, einen Orgelbauverein und eine Freiwillige Feuerwehr und einige weitere Vereine.


Sehenswertes

Eine Besonderheit des Ortes ist die Pfarrkirche St. Bartholomäus, die in den dreißiger Jahren erbaut wurde. Wie eine Trutzburg des Mittelalters thront sie im Zentrum des Dorfes und hat einen Eckturm, der über ein außergewöhnliches Faltdach verfügt. Etwas älter ist die im 18. Jahrhundert entstandene Marienkapelle. Das kleine Gotteshaus beherbergt ein Wallfahrtsbild der Muttergottes, dargestellt auf einem Thron. Die Statue ist etwa um 1500 entstanden und daher von großem Wert. Sehenswert ist neben dieser auch die Kassettendecke. Die Kapelle wurde erst vor Kurzem vollständig gereinigt und oberflächlich saniert.

Fernab der sakralen Glanzpunkte des Ortes gibt es eine Sehenswürdigkeit der ganz anderen Art: die Bierecke. Aufgrund der unwahrscheinlich hohen Brauereidichte von 14 Brauereien auf 14 Kilometern Strecke in der Region, haben sich die Gemeinden Burgebrach, Schönbrunn, Lisberg und Priesendorf zusammengetan und dem Ganzen einen Namen gegeben: Bierecke.

von Vanessa Höfner