Ob "Apoll" von Lüpertz oder "Air-Earth" von Plensa - an vielen Plätzen in Bamberg sind bereits Skulpturen bekannter Künstler zu sehen. Nun sollen weitere dazukommen - zumindest kurzzeitig: Anlässlich des 25-jährigen Weltkulturerbe-Jubiläums stellt Künstler Rui Chafes heuer seine Plastiken aus. Dazu hat der Portugiese am Freitag die letzten Plätze ausgewählt, an denen seine Skulpturen ab dem 12. Mai bis zum Ende der Sommerferien zu sehen sein werden.

Die Werkschau "Seelenschatten" soll an mindestens 15 Plätzen große und kleine Plastiken zeigen. Und das nicht nur in der bebauten Stadt: "Wir gehen dieses Mal mehr in den Hain", erklärte Kurator Professor Bernd Goldmann bei einem Pressegespräch. Die Zwiesprache der Natur mit dem Metall der Kunstwerke soll gesucht werden. Für Kulturreferent Christian Lange (CSU) liegt in der filigranen Art, wie das mit der Kunst von Chafes geschehen soll, ein "innovativer Ansatz". Die Ausstellung wird von privaten Sponsoren und mit öffentlichen Geldern finanziert. Dazu hofft die Stadt noch auf Fördermittel.


Zeitlose Kunst

Der 1966 in Lissabon geborene Chafes ist bereits in Bamberg bekannt: Eine stählerne Skulptur mit dem Titel "Stärker als der Tod" ist in der Kirche St. Stephan am Stephansberg seit dem Jahr 2007 (tausendjähriges Bestehen des Bistums) zu sehen. Eine andere im Restaurant "Eckerts".

Der Künstler kommt wieder gerne nach Bamberg. "Es ist ein Privileg, dass die Stadt immer noch eine Verwendung für zeitlose Kunst hat", sagte Chafes in perfektem Deutsch, das er vor Jahren während eines zweijährigen Aufenthalts in Düsseldorf lernte. Für ihn sei die Ausstellung in der historischen Stadt auch eine Gelegenheit, "meine Arbeit weiter zu denken".

Er hat auch Respekt davor: "Es ist immer ein Abenteuer, im öffentlichen Raum auszustellen. Man weiß nie, wie die Leute reagieren." Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) reagierte jedenfalls absolut positiv: Die Ausstellung mit den Werken von Rui Chafes sei "ein Gewinn für die Stadt", betonte er. Möglich, dass auch eine der im Mai ausgestellten Plastiken dauerhaft in Bamberg bleiben könnte. So zumindest ist es beinahe schon gute Tradition.

Erstmals wurde eine Ausstellung im öffentlichen Raum im Jahr 1998 mit Kunstwerken des Kolumbianers Fernando Botero gezeigt. Die "Liegende mit Frucht" ist seitdem fester Bestandteil des Stadtbilds und im Volksmund besser als "Die Blunzn von Botero" bekannt. Ebenso erhalten geblieben ist das Kunstwerk "Meeting" am Schönleinsplatz von Wang Shugang aus China. Die roten Männer waren Teil der Ausstellung "Circles/Kreise" anlässlich des 20. Weltkulturerbe-Jubiläums im Jahr 2013.