Das Herzstück für Hallstadts Neue Mitte hat bereits ein deutliches Gesicht - Zumindest auf den Illustrationen der Architekten. Nun gewinnt auch das Innenleben an Kontur. Das Architekturbüro Schettler & Wittenberg aus Weimar hat Änderungswünsche und Verbesserungsvorschläge in seinen Plan eingearbeitet und den Hallstadtern vorgelegt.

Die Ausführungsplanung wurde vor allem im Hinblick auf eine klare Trennung der verschiedenen künftigen Funktionen optimiert. So findet sich im Erdgeschoss ausschließlich der Einkaufsmarkt mit den dazugehörigen Personalräumen - die zunächst im Obergeschoss geplant waren - und dem Marktleiterbüro. Das Obergeschoss wird nun vom "Kulturboden" genannten großen Saal samt den dazugehörigen Nebenfunktionen wie Küche, Garderobe und Toilettenanlage belegt. Auch die Eingänge zu beiden Bereichen - Markt und Saal - sind klar getrennt. Dadurch sollen beide Nutzungen unabhängig voneinander betrieben werden können. Ein Aufzug macht aber alle Ebenen, von der Tiefgarage bis zum Kulturboden barrierefrei zugänglich.

Flexible Verkaufsbereiche

Die Architekten haben auch die Überlegungen beziehungsweise Vorgaben von Wolfgang Gröll eingearbeitet. Der Unternehmensberater betreut das Nahversorgungs-Projekt auf dem Areal des inzwischen abgerissenen früheren Rewe-Marktes. So soll nun beispielsweise eine flexible Einordnung von besonderen Verkaufsbereichen im Eingangsbereich (etwa Backwaren mit Bistro oder Frischetheke Fleich/Fisch/Feinkost) möglich sein. Gleichzeitig soll die Glasfassade von Einbauten oder Werbung freibleiben, um eine ungehinderten Blick in und aus dem Markt zu gewährleisten. Berücksichtigt wurden auch Nachbaranliegen in der Außengestaltung. Auf die bisher geplante Treppe zwischen Lager und Personalräumen im Obergeschoss kann durch die Neugliederung verzichtet werden.

Weil die Personalräume nach unten verlegt werden, wächst der "Kulturboden". Die Flächen werden zum einen für die Vergrößerung beispielsweise der Garderobe oder Küche genutzt, zum anderen wächst der Saal selbst leicht auf eine Kapazität etwa 350 bis 360 Personen.

Foyer separat nutzbar

Das Foyer soll nun auch für Ausstellungen oder Empfänge separat nutzbar werden. Auch ein neuer Backstage-Bereich sill multifunktional nutzbar sein, mit flexibler Bindung beziehungsweise Trennung zum Saal.

Weil der bisher als Eingangshalle zum Markt geplante Bereich nun nur noch Eingangsfoyer für den "Kulturboden" ist, kann auch auf verschiedene aufwendige Brandschutzmaßnahmen verzichtet werden. Im Untergeschoss können durch eine Verschiebung der Treppe zum Saal und die Reduzierung nicht benötigter Lagerflächen sechs zusätzlichen Tiefgaragen-Stellplätze geschaffen werden.

Schlagabtausch im Stadrat

Das vorgestellte Optimierungskonzept wurde vom Stadtrat mit 14:5 Stimmen beschlossen. Grundsätzliche Kritik kam von Thomas Söder (CSU): "Wir wissen doch gar nicht, für wen oder was wir optimieren." Es gebe bisher weder einen Betreiber für den Markt noch ein Konzept für den Kulturboden. "Wenn Sie sich allen Arbeitsgruppen entziehen, lässt sich leicht behaupten, dass nichts passiert", konterte Bürgermeister Markus Zirkel (SPD).

Und Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (FW) fügte hinzu: "Wir sind schon weiter." Demnächst werde es eine Infoveranstaltung geben. Udo Hoffmann (SPD) freute sich über die Änderungen: "Schön, wenn man Kosten spart und mehr Nutzen hat." Edgar Stärk (CSU) hatte noch weitere einige Anregungen und wollte wissen, ob auch noch eine Optimierung der Optimierung möglich sei. In Details können man sicher noch etwas draufsetzen, gab ihm Markus Kraus vom Bauamt Auskunft.