Geboren in Lauban in Niederschlesien, in einer kinderreichen Arbeiterfamilie, kam er nach Kriegsteilnahme und russischer Gefangenschaft 1947 nach Bamberg und übernahm schon bald danach Aufgaben in der Öffentlichkeit von Kirche und Politik: Als Sekretär im erzbischöflichen Jugendamt für die Christliche Arbeiterjugend setzte er sich ein für die Anliegen junger Arbeitnehmer. Das Engagement für soziale Belange begleitete seine Tätigkeit als Bamberger Stadtrat von 1960 bis 1970 und als Diözesansekretär des Werkvolks und der katholischen Arbeiterbewegung im "Volksbüro" in Bamberg und bei ungezählten Veranstaltungen im weiten Umkreis.

Von 1968 bis 1990 war Paul Wünsche Mitglied im Bayerischen Landtag, so konnte er mitwirken an der Entwicklung der Bamberger Hochschulen zur heutigen Universität. Das bayerische Kindergartengesetz und die gesetzliche Feiertagsregelung für den Freistaat tragen deutlich seine Handschrift. Als Vorsitzender des Ausschusses zur Information über Bundesangelegenheiten und Europafragen trug er über zehn Jahre auch bundes- und europaweit Verantwortung.

Paul Wünsche hat 1953 in Bamberg geheiratet und seitdem mit seiner Familie in dieser Stadt gelebt. Nach dem Tod eines seiner vier Söhne und seiner Ehefrau lebt er seit einigen Monaten gut umsorgt in einem Seniorenzentrum. Lässt auch seine Gesundheit im hohen Alter nach, ist ihm sein dankbares, freundliches und jedermann gegenüber respektvolles Wesen geblieben.

Auch Erzbischof Ludwig Schick gratuliert dem langjährigen Landes- und Kommunalpolitiker zum 90. Geburtstag. "Wenn Sie an Ihrem Ehrentag auf Ihr Leben zurückblicken, wird sicher viel Erfreuliches ins Gedächtnis gerufen, was Sie, Gott und den Menschen gegenüber, mit Dankbarkeit erfüllt", schreibt der Erzbischof dem Jubilar in einem Glückwunschbrief, berichtet die Bistumspressestelle.