Wohin mit dem alten Ramsch, der nur rumsteht und Stauraum blockiert. Klar, auf den Sperrmüll! Die Landkreisbürger dürfen sich ab dem Jahr 2014 darauf freuen, ihren Sperrmüll bei Bedarf in kürzeren Intervallen loszuwerden. Statt wie nun vier Abfuhrtermine pro Jahr werden künftig dann sechs zur Disposition stehen.

Das bedeutet für das Abfuhr-Unternehmen, das den Zuschlag erhalten wird, auch eine bessere Auslastung seiner Fahrzeuge. Wessen Hausmüll, Papier und Bioabfälle 2014 abtransportiert wird, der darf zudem höchstwahrscheinlich beruhigt sein, was die emsigen Abholer betrifft. Der Landkreis möchte am liebsten einen Vertrag mit so einem Partner abschließen, dessen Mitarbeiter auch ordentlich entlohnt werden. In der Sitzung des Umweltausschusses wurden die Rahmenbedingungen für die Abfuhr der genannten Müllarten für die Neuausschreibung festgeklopft.

"Sie sind ganz liebe Menschen!" Ein Kompliment, wie es der Landkreischef seinen Kreisräten wohl nicht allzu oft macht. In der Sitzung des Umweltausschusses sorgte das für umso größeres Aufhorchen. Das Lob war der Kooperationsbereitschaft der Gremiumsitglieder geschuldet, für die der Punkt an sich unstrittig war und die den Landkreischef seinen Termin bei der Einweihung des Gundelsheimer Seniorenzentrums rechtzeitig erreichen lassen wollten und damit auf lange Wortbeiträge verzichteten, als sich große Einigkeit abgezeichnet hatte.
Der Landkreis-Verwaltung rund um Geschäftsbereichsleiterin Birgit Ramming-Scholz zollten die Ausschuss-Mitglieder überdies fraktionsübergreifend höchstes Lob für die optimale Vorbereitung dieses Tagesordnungspunktes.

Der war deswegen zu behandeln, da der mit der Arge Jancker Entsorgung GmbH/Geoplan EDV GmbH und dem Landkreis 2003 geschlossene und seit 2004 geltende "Hausmüllvertrag" im Jahr 2013 ausläuft und die Angelegenheit neu ausgeschrieben werden muss. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von sieben Jahren mit der Option einer Verlängerung um weitere drei Jahre, wovon Gebrauch gemacht worden war. Im Juni hatte der Umweltausschuss die Verwaltung beauftragt, die Ausschreibung vorzubereiten.

Dazu gehört auch der Passus zu den Vertragslaufzeiten. Künftig möchte man flexibler sein. Deshalb beinhaltet der Vertragsvorschlag eine Laufzeit von weiterhin sieben Jahren, mit dann allerdings der Option einer jährlichen Verlängerung für den Ausschreibungsteil, der Rest- und Biomüll sowie Papier umfasst. Für Sperrmüll ist eine Laufzeit von vier Jahren mit gleichfalls jährlicher Verlängerungsoption vorgesehen. Die kürzere Laufzeit hier begründet Ramming-Scholz mit Überlegungen, wonach angedacht wird, bei den Wertstoffhöfen auch Abgabemöglichkeiten für Sperrmüll-Altholz einzurichten.

14-tägige Leerung

Gleich bleibt für die Landkreisbürger die 14-tägige Leerung der Bioabfallbehälter im wöchentlichen Wechsel mit der Restmüllabholung. Beibehalten wird auch das Drei-Tonnen-System (Restmüll, Biomüll, Papier). Beim Sperrmüll werden wie eingangs erwähnt sechs Termine statt bisher vier pro Jahr und Gemeinde angeboten, zweimal kann jeder seinen Sperrmüll (auf Abruf) nach vorheriger Anmeldung kostenlos entsorgen lassen. Anmeldung etc. sollen weiterhin übers Landratsamt laufen.

Im Zuge der Neuvergabe sollen, so die Geschäftsbereichsleiterin weiter, nicht nur günstige Konditionen, sondern auch Qalitätssicherung erreicht werden. Das bedeutet, dass die eingesetzten Fahrzeuge bezüglich der Schadstoffnorm dem Stand der Technik entsprechen müssen. Um kurze Wege sicherzustellen, muss der Auftragnehmer eine Betriebsstätte im Landkreis, beziehungsweise maximal zehn Kilometer entfernt haben. Das Personal muss regelmäßig geschult werden und die Fahrzeuge bei der Tour stets erreichbar sein.

Wert legt der Landkreis zudem auf die soziale Komponente. So haben die Bieter, die eine Entlohnung ihrer Mitarbeiter mindestens wie im Tariflohn der Recyclingwirtschaft festgelegt vergüten, einen entsprechenden Vorteil. Nach dem von Ram ming-Scholz vorgestellten Zeitplan kann die Vergabe im Frühjahr erfolgen.

"Superprofessionell" nannte Bernd Fricke (Grüne) die Vorbereitung der Ausschreibung und hatte lediglich zu den Vertragslaufzeiten Anmerkungen, für den sozialen Aspekt der Ausschreibung Lob parat.

Ein Kompliment

Namens der SPD zeigte sich Manfred Deinlein von der Art der Vorbereitung angetan und sprach dafür "ein großes Kompliment" aus. Speziell von der Tarifberücksichtigung zeigte er sich begeistert.
Richard Kaiser (ÖDP) stimmte Letztgenanntem voll zu. Sein Sonderlob galt dann weiterhin dem Umweltaspekt, was die Forderungen bei den eingesetzten Fahrzeugen betraf.

Diese Redner hatten offenbar genau das zum Ausdruck gebracht, was die folgenden gesagt hätten. Deswegen zogen die ihre Meldungen zurück, der Entwurf wurde einstimmig auf den Weg gebracht und der Landrat nach "Mitteilungen" zum Gundelsheimer Termin "entlassen".