Im Vorfeld der letzten Sitzung des Litzendorfer Gemeinderats traf man sich in der ehemaligen Brauerei Winkler in Melkendorf, deren Wiederbelebung die Gemeinde nach Erstellung einer Machbarkeitsstudie plant. Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) konnte dazu auch den Brau- und Malzmeister Christian Grasser und die Architektin und Städteplanerin Edith Obrusnik begrüßen.

Der Gemeinderat besichtigte sämtliche Räumlichkeiten. Christan Grasser stellte dabei die einzelnen Schritte des Brauens vor und erklärte die dafür notwendigen Geräte. Nach den ersten erfolgreichen Funktionstests wird eine Begehung mit einem Vertreter der Lebensmittelüberwachung des Landratsamtes Bamberg anberaumt werden.

Im Rathaus erläuterte Edith Obrusnik, dass ein großer Teil der Machbarkeitsstudie für das Areal der ehemaligen Gaststätte und Brauerei Winkler die Brauerei mit ihren Einrichtungen sein wird. Um verlässliche Aussagen treffen zu können, ist die Liegenschaft mit sämtlichen Anlagen wie Kühlschiff, Gärkeller, Tanks und Leitungen in den zurückliegenden Wochen vom Team um Christian Grasser und in Zusammenarbeit mit dem gemeindlichen Bauhof gereinigt worden. Zudem wurden Funktionsprüfungen durchgeführt.


Studie soll im Juli vorgelegt werden

Die Erfahrungen des Brauers stellen nach Auffassung der Architektin eine wesentliche Grundlage dar, die bei der Machbarkeitsstudie berücksichtigt werden müssen. Die Vermessungspläne und die Aussagen zur Statik der einzelnen Gebäude des Anwesens liegen in der Zwischenzeit vor und fließen in die abschließende Planung mit ein. Dazu kommen die entsprechenden Aussagen zur Wiederbelebung und Revitalisierung des gesamten Ensembles mit Tanzsaal (Veranstaltungsraum), Brauerei (dauerhafter Betrieb), Gaststätte (Verpflegung von Wanderern und Radfahrern sowie Angebote von Übernachtungsmöglichkeiten) und Außenanlagen (Zentrum des örtlichen Lebens). Vielleich könnte hier auch ein Waldkindergarten eingerichtet werden. Die Machbarkeitsstudie soll im Juli im Gemeinderat vorgestellt werden.

Bürgermeister Wolfgang Möhrlein informierte den Litzendorfer Gemeinderat ausführlich über die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Mit der neuen Verordnung werden für Behörden, die personenbezogene Daten verarbeiten, wesentliche neue Bestimmungen verpflichtend vorgeschrieben. Ab 25. Mai 2018 müssen diese auf Anfrage staatlicher Stellen oder auch von Privatpersonen, z.B. von ehemaligen Mitarbeitern oder von Kunden, kurzfristig über die Speicherung und Verwendung personalisierter Daten informieren. Darüber hinaus muss es möglich sein, diese auf Wunsch herauszugeben und zu löschen.


Datenschutz fordert die Gemeinde

Viele Behörden haben jedoch bisher keinen vollständigen Überblick über die von ihnen gespeicherten personalisierten Daten und riskieren so, dass sie die DSGVO nicht erfüllen können. Bei Verstößen gegen die neue Richtlinie sind strenge Sanktionen vorgesehen, darunter Bußgelder bis zu einem sechsstelligen Eurobetrag.

Als erste Maßnahme muss ein Verantwortlicher und dessen Stellvertreter aus der Gemeindeverwaltung an den Bayerischen Datenschutzbeauftragten gemeldet werden. Außerdem hat man ein Datensicherungskonzept und ein Datenschutzmanagementsystem zu erarbeiten. Weitere arbeitsaufwendige Schritte für die Kommunen werden folgen.


Neuer Jugendbeauftragter

Franz Bezold wird ab sofort der neue Jugendbeauftragte für Litzendorf sein. Wie bei seiner Vorgängerin im Amt, Carmen Somrei, erfolgt die Anstellung über das JAM-Model des Vereins iSo e.V. Neben seinem persönlichen Werdegang informierte er den Gemeinderat über die geplanten Aktivitäten seiner Arbeit. Sein Ziel ist es, Ansprechpartner für Jugendliche zu sein, wobei er seinen Tätigkeitsschwerpunkt auf die Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren legen möchte. Nach seinen Erfahrungen fordern Probleme in der Pubertät einen erhöhten Beratungsaufwand. Natürlich steht er mit Rat und Tat auch allen anderen Jugendlichen in der Gemeinde Litzendorf zur Verfügung.

Gemeinderat Michael Kummer (CSU) machte Frank Bezold auf den Jugendraum in Lohndorf aufmerksam, der neu gestaltet und genutzt werden sollte.


Spatenstich im Frühjahr 2019

Architekt Peter Jungkunst von Jungkunst + Partner Architekten + Ingenieure mbH aus Bamberg berichtete dem Gemeinderat den aktuellen Planungsstand zur neuen Doppelsporthalle. Anhand einer Power-Point-Präsentation erläuterte er die nächsten Planungsschritte sowie Ausstattungs- und Materialvarianten. Im Frühjahr 2019 soll der erste Spatenstich erfolgen und der Architekt rechnet mit einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren. Im Anschluss wird die Errichtung des Parkplatzes mit circa 85 Stellplätzen folgen. Federführend bei diesem Bauvorhaben ist die Wolf Ingenieurgesellschaft mbH aus Bamberg.

Die Gemeinde Litzendorf konnte mittlerweile noch ein in nördlicher Richtung von der Halle befindliches Grundstück erwerben, so dass auf eine Stützwand verzichtet werden kann und die Umfahrung der Halle besser möglich sein wird. Darüber hinaus soll zeitnah die 20 KV-Leitung durch das Bayernwerk umgelegt werden. Nachdem der Mast abgebaut ist, der im Baufeld steht, wird die Erdverkabelung durchgeführt.

In Gesprächen mit dem Staatlichen Bauamt ist es gelungen eine eigene Zufahrt für die Halle und den Parkplätzen über die Staatsstraße 2210 zu bekommen. Die Busbucht und die Wendeplatte für den Schülerverkehr kann somit bleiben. Mit dem Ausbau der Staatsstraße 2210 zwischen Litzendorf und Schammelsdorf wird auch die neue Zufahrt zur Halle mit erstellt werden. Gleichzeitig ist dort der Radweg neu anzulegen. Die Hauptversorgung der Wasserleitung Richtung Schammelsdorf muss aufgrund der neuen Einfahrtssituation verlegt werden. Die Zuleitung für Wasser und Kanal sowie für die Nahwärmeleitung wird auch bereits im Vorfeld geschehen.


Gegen geplante Rodung

Ausführlich diskutierte der Litzendorfer Gemeinderat die Flächennutzungsplanänderung und das Bebauungsplanverfahren "Gewerbepark Geisfelder Straße" für den Bereich des ehemaligen Schießplatzes östlich der Armeestraße und der ehemaligen Muna östlich der Gutenbergstraße der Stadt Bamberg. Letztendlich beschloss man grundsätzlich keine Einwände gegen die Planungen zu erheben. Jedoch ist das Ausmaß der geplanten Fläche, die gerodet werden soll, nach erneuter Auffassung des Gemeinderates weiterhin zu groß dimensioniert und sprach sich deshalb gegen die derzeit geplante Rodung eines Teils des Hauptsmoorwaldes aus.

Auf dem Gebiet der Stadt Scheßlitz soll eine Photovoltaikanlage mit ca. 2,55 ha Fläche errichtet werden. Mit dem Vorhaben steigert die Stadt Scheßlitz ihren Anteil an den erneuerbaren Energien. Mit einer geschätzten Kraftwerksleistung von 1400 KWp könnte künftig die Energie für rund 350 Haushalte umweltfreundlich in direkter Nähe, am "Verbraucher Stadt" erzeugt werden. Der Gemeinderat Litzendorf nahm von der 1. Änderung des Flächennutzungsplanes mit integriertem Grünordnungsplan sowie vom Vorhaben- und Erschließungsplan mit integriertem Grünordnungsplan der Stadt Scheßlitz Kenntnis und hatte keine Einwände.