T ümpel und Teiche mag er gerne. Das macht ihn zum idealen Testhund - für ein echtes Hundeschwimmbad. Der vierjährige Labrador Sam gehört meiner Kollegin Daniela Röllinger. Gemeinsam starten wir ein tierisches Abenteuer. Wir fahren ans südliche Maindreieck und probieren aus, ob das erste Hundeschwimmbad in Franken hält, was es verspricht.

Und das ist einiges. Drei schmale Edelstahlschwimmbecken mit unterschiedlicher Wassertiefe, ein geräumiges Planschbecken, Duschkabinen, Trockenplätze, frisch gefiltertes, wohltemperiertes Wasser und vor allem: viel Spaß für die Vier- und Zweibeiner.


Anfang Januar hat das Bad in in
Ochsenfurt eröffnet. Ochsenfurt ist ein schnuckeliges Städtchen im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Hier, in der Mainau, hat Familie Schmidt sich einen Traum erfüllt und eine einstige Industriehalle umgebaut.
Sam ist wissbegierig. Kaum haben wir die schwere Hallentür geöffnet, läuft er auch schon schwanzwedelnd über die Schwelle. Dann aber bleibt er wie angewurzelt stehen. Eine Hundedame mit schneeweißem Fell und blauen Augen kommt direkt auf ihn zu! "Das ist Ines. Und ich bin Doris Schmidt." Freundlich werden wir von der Hausherrin mit ihrem Sibirian Husky begrüßt. "Ines stammt ursprünglich aus Spanien, aber ihre Besitzer wollten sie nicht mehr. Sie wurde zum Tötungshund. Wir haben sie zu uns geholt", berichtet Doris Schmidt. Ines ist nun quasi die Hundebademeisterin.

Sam und Ines sind einander gleich sympathisch. Leinen los - und ab geht's durch die Schwimmhalle. Nach der Erkundungs-Tour nimmt der rotgoldene Labrador plötzlich Anlauf - und ehe jemand etwas einwenden kann, springt er mit einem Riesensatz über die Bande ins Planschbecken, wo er begeistert auf Bälle-Jagd geht. Wasserfontänen spritzen über den Beckenrand, wir Frauen bringen uns lachend in Sicherheit. Doris ruft Sam nach: "Hey, nächstes mal nimmst Du die Rampe!"

Ein Mann gesellt sich zu uns. Es ist Michael Schmidt, Doris' Ehegatte. Er hat das Hundeschwimmbad gebaut. Wie er auf diese Idee gekommen ist? "Ich wollte schon immer etwas ganz Neues, Anderes machen", erzählt der 53-Jährige, der bis Anfang 2015 als Betriebsschlosser sein Geld verdiente. "Nachdem unsere Tochter Adriane von einem Hundeschwimmbad in Hessen erzählt hatte, ist mir die Idee nicht mehr aus dem Kopf gegangen."
Schließlich setzen Doris und Michael Schmidt - in Absprache mit ihren Kindern Adriane und Manuel - alles auf eine Karte. Michael kündigte seinen Job und begann Ende März 2015 zu sägen, schweißen, kanten. "Viele Verwandte und Bekannte waren sehr skeptisch." Aber Anfang Januar feierten die Schmidts Eröffnung. Seither gab es Tage, an denen sich bis zu 30 Hunde verschiedenster Größe und Rasse in den vier Becken mit 25 bis 65 Zentimetern Wassertiefe tummelten.

Sam testet nun auch die elf Meter langen Schwimmbahnen. Das "Sportschwimmen" im 16-Grad-Becken ist ihm aber rasch zu langweilig. Tauchen für ein Unterwasserfoto? Sam denkt nicht dran. Er will schnell wieder ins etwas wärmere Planschbecken, zum Toben und Spielen.

Nach einer guten Stunde lässt er sich von Doris Schmidt in der Hundedusche richtig dick schampoonieren. Sam genießt die Massage mit halb geschlossenen Augen. Ob er wohl über seinen nächsten Besuch nachdenkt?

Das Hundeschwimmbad in der Mainau B9 in 97199 Ochsenfurt hat täglich außer Mittwoch von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Demnächst soll es auch Gruppen- und Therapiestunden geben.