Dass man in Oberhaid nicht im eigenen Saft vor sich hinschmort, zeigte sich beim 18. Faschingszug am Samstagnachmittag, der wie immer Tausende Zuschauer und Hunderte Beteiligte anzog, ganz deutlich.

Zum einen halfen bzw. fuhren Delegationen aus Nachbarorten mit wie die Mädchentanzgruppe Dörfleins, die Soli Hallstadt oder der Faschings- sowie Musikverein dortselbst. Zum andern scheint in dem Ort, dem immer noch ein gewisses Image anhängt, was jeder Oberhaider kennt und mit lächelndem Gleichmut pariert, kommunalpolitisch alles in Ordnung zu sein: Denn auf lokale Besonderheiten und/oder Missstände wurde auf Wagen oder in Gruppen nicht angespielt. Das einzige konkrete Anliegen thematisierte der Wagen des Musikvereins Hallstadt. Dem fehlt offenbar ein Vereinsheim, denn das Fehlen eigener vier Wände wurde beklagt.

Noch zum Image: Auffällig viele Zuschauer und Teilnehmer hatten sich als Polizisten oder Sträflinge maskiert, wie z. B. im Tross des Kindergartens Regenbogen. Was uns das sagen soll? Vermutlich eine Mode, die nächstes Jahr wechselt. Ganz schrecklich verkleidet hatten sich Mitglieder der Familien Geus und Wohlleber. Überhaupt muss dieser Privatinitiative einmal ausdrücklich Lob gezollt werden: Was die jedes Jahr an originellen Ideen haben und dann auch verwirklichen - Respekt! Diesmal gingen sie als "Oberhaader Kellergeister"auf Stelzen mit Totenköpfen auf Spießen, während ihre Madames auf einem Wagen fuhren, der mit Aufschriften das Freibier verherrlichte. Ganz dem Freibier verschrieben hat sich auch eine Band, die praktischerweise auch so heißt und von einem schwarzen Truck ihre spaßpunkigen Songs herunterspielte. Der Wagen parkte dann vor der Brauerei Wagner, wo sich allerhand Volk sammelte, wie auch vor dem Pfarrjugendheim.

Das war's dann aber auch schon fast mit dem Martialischen bei diesem Zug. Gut, einige Wagenzieher des Staffelbacher Kindergartens hatten sich mit Tannenzweigen getarnt, doch sonst überwog das Spiele-rische, wie ja auch viele hübsch maskierte Kinder mitgingen. Die Freiwillige Feuerwehr Unterhaid hatte sich einen leibhaftigen Gott Amor auf den Valentins-Wagen geladen, während der RSC mit einem schicken Formel-1-Gefährt einen "Ohio-Ring" kreiert hatte und viele als Töff-Töffs mitliefen. Im "Tollhaus" des 1. FC saßen Muppetshow-Mitwirkende wie Kermit, Miss Piggy und Waldorf und Statler.

Dass die beiden ortseigenen Blaskapellen - Blasmusikverein und Jugendblasorchester des MGV Eintracht - wieder mit dabei waren, versteht sich fast von selbst. Bonbons und Freibier gab's reichlich, die Masken auch in den Zuschauerreihen waren originell, organisiert hatten das Ganze wieder einmal die Bierkreisfreunde unter Mithilfe der Gemeinde - was willst du mehr? Einen 19. Oberhaider Faschingszug 2016.