Noch dieses Jahr läuft in Litzendorf der Vertrag mit der Deutschen Telekom über die Nutzung eines Mobilfunkmastes neben dem Wasserhochbehälter in Pödeldorf aus. Zwar hat sich die Gemeinde schon vor längerer Zeit auf neue Platzsuche begeben, aber fast alle Stellen wurden in der jüngsten Sitzung der Ratsmitglieder von Seiten der Telekom als zu uneffektiv und ungeeignet verworfen. Übrig blieben am Ende nur zwei brauchbare Standorte: am Sportplatz des ASV Naisa, in der Nähe der Schule oder der bisherige Standort - eventuell nur etwas näher in Richtung Wald versetzt.

"Die Anzahl der Smartphone und Tabletnutzer steigt ständig und damit steigt auch die Zahl derer, die sich im mobilen Internet bewegen", erläuterte Frank Peter Käßler von der Telekom Technik GmbH gegenüber den Gemeinderäten. Der Datenverkehr in den Mobilfunknetzen sei dabei überproportional gestiegen und steige weiter. Denn alleine über den Mobilfunkmasten in Pödeldorf würden derzeit 8000 Gespräche pro Tag abgewickelt. Die Datenübertragungsrate der Mobilfunkanlage hingegen sei mit 220 kbit pro Minute eher gering. Derzeit bewege sich die Datenübertragungsrate im Downloadbereich zwischen 150 und 300 mbit pro Minute. "Daher brauchen wir hier eine zeitgemäße Versorgung mit ausreichend Kapazitäten", berichtete Käßler. Um diese zu erreichen, brauche es optimale Standorte. Denn nur so könne man sicher gehen, dass das gesamte Gemeindegebiet mit Mobilfunk versorgt werde.

Ein kategorisches Nein

Den von der Gemeinde vorgeschlagen Standort "Am Hahn" zwischen Lohndorf und Melkendorf schloss der Telekomvertreter kategorisch aus. Denn dieser wäre zu weit weg vom Versorgungsgebiet. "Um hier eine Versorgung zu garantieren, müssten wir, um den Höhenunterschied auszugleichen, einen 60 bis 80 Meter hohen Mast bauen. Sie hätten dann zwar ein schönes Wahrzeichen, aber die Telekom wird ihnen dieses nicht finanzieren. Denn wir reden hierbei von einem mittleren, sechsstelligen Betrag", betonte Frank Peter Käßler. Technisch ebenso ungeeignet wäre die Ackerfläche am Ortseingang von Pödelsdorf aus Richtung Memmelsdorf kommend. Auch den Standort, auf dem sich der Telefonica-Mast befindet, schloss die Telekom aus.

"Daher bleiben letztendlich nur die beiden Standorte in Naisa am Sportplatz oder am Wasserhochbehälter übrig", resümierte Käßler. Die Telekom könne mit beiden Orten gut leben und die Versorgung wäre von beiden Standorten aus gleichermaßen gegeben. Auch die Höhe der Funkmasten wäre an beiden Orten ziemlich gleich und würde sich zwischen 30 und 35 Metern bewegen.

Litzendorf bleibt versorgt

Käßler wies die Räte daraufhin, dass der alte Vertrag zum Jahresende auslaufe und die Errichtung eines neuen Mastes rund eineinhalb bis zwei Jahre dauern werde. Es müsse aber niemand fürchten, beschwichtige Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU), dass Litzendorf dann vom Mobilfunk abgeschaltet werde. "Wir können hier sicherlich einen Duldungsvertrag mit der Telekom aushandeln, damit auch nach Jahresende die Mobilfunkversorgung gesichert ist", sagte Möhrlein.

Die Zwickmühle, in der sich die Gemeinde befindet, brachte Franz-Josef Schick (SPD) auf den Punkt: "Jeder will erreichbar sein, aber gleichzeitig fürchtet sich jeder vor den Mobilfunkmasten." Daher sehe die SPD die beste Lösung am derzeitigen Standort. Eventuell soll die Gemeinde hierzu ein Privatgrundstück in der Nähe des Waldes erwerben, damit man den Masten etwas weiter weg von der Wohnbebauung bringe.

Georg Lunz (Bündnis 90/Die Grünen) hingegen plädierte dafür, dass man sich zeitlich nicht unter Druck setzen lassen solle, um in Ruhe über einen geeigneten Standort nachzudenken. Denn in der Gemeinde gebe es viele elektrosensible Einwohner, denen man auch gerecht werden müsse, betonte er.

Fast alle wollen einen Beschluss

Am Ende lehnte der lehnte der Gemeinderat eine Vertagung des Tagesordnungspunkts - wie von Gemeinderat Richard Kaiser (Christliche Wählervereinigung) beantragt - mit 14 zu drei Gegenstimmen ab. Ebenso keine Mehrheit fand auch der Standort am Sportplatz in Naisa.

Keine Einwände hingegen hatte die Mehrheit der Räte gegen die Errichtung eines neuen Sendemastes im Bereich des jetzigen Standortes am Wasserhochbehälter in Pödeldorf. Und somit wurde die Verwaltung beauftragt, zusammen mit der Deutschen Telekom Technik GmbH einen geeigneten Standort weiter südlich (Richtung Wald) oder. östlich vom jetzigen Antennenmast zu suchen.