Der Auftrag des Kunstvereines scheint eine neue Richtung einnehmen zu müssen. Nicht Künstler und deren Arbeiten nach Bamberg einzuladen, sondern die Suche nach neuen Räumlichkeiten werden das Programm 2014 bestimmen.

Im Theatertreff wurde die neue Vorstandschaft des Kunstvereins Bamberg für das kommende Jahr gewählt. Die erste Vorsitzende bleibt Kunsthistorikerin Dr. Barbara Kahle, den stellvertretenden Vorsitz übernimmt Architekt und Stadtplaner Franz Ullrich für Dietlinde Schunk-Assenmacher, die ihr Amt nach sechs Jahren engagierter Vereinsarbeit abgab. Als Schatzmeisterin fungiert ab sofort Kunsthistorikerin Maren Jensen und als Schriftführerin Kommunikationsmanagerin Kerstin Werner. Zusätzlich wurde Notburga Karl, neue Dozentin für Kunstdidaktik an der Universität Bamberg, Künstlerin und Ausstellungsmacherin, in den Beirat gewählt.


Ideen auf Eis legen

Nach einem Rückblick über die vergangenen zwei Jahre, der die zahlreichen Ausstellungen im Kunstraum Kesselhaus, E.T.A-Hoffmann Theater und der Stadtgalerie Bamberg - Villa Dessauer wie auch die unterschiedlichen Aktivitäten (Vorträge, Führungen, Exkursionen In- und Ausland) Revue passieren ließ, scheint die zukünftige Arbeit des Kunstvereins ganz anders gelagert zu sein. Schlechte Zeiten für zeitgenössische Ausstellungen in Bamberg!

Viele Ideen des neugewählten Teams müssen wohl erst einmal auf Eis gelegt werden, denn kürzlich kam von Seiten der Verwaltung zunächst einmal eine Absage für die Nutzung des Kunstraumes Kesselhaus. Schon drei Jahre wird um den Kunstraum Kesselhaus, der ehemaligen Heizzentrale des Alten Krankenhauses, als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst an der Regnitz gekämpft. "Die Verwaltung der Stadt Bamberg sieht sich rechtlich und bauordnungsrechtlich nicht in der Lage, gegenwärtig eine temporäre Nutzung des Kesselhauses zu Ausstellungszwecken zuzulassen, da jedwede, selbst außerordentliche einmalige Nutzung die Stadt in die Haftungspflicht setzen würde", so schildert Dr. Ulrich Kahle, Vorsitzender der Initiative "Kunstraum Jetzt!" die Argumentation der Stadt Bamberg.


Senat entscheidet in einer Woche

Ob Gelder für Sanierungs- oder Sicherungsmaßnahmen von Seiten der Stadt zur Verfügung gestellt werden, entscheidet der Finanzsenat in seiner nächsten Sitzung am 29. April. Die Sanierungskosten für das Kesselhaus liegen bei ca. 150 000 Euro. Die Summe bezieht sich allerdings auf das komplette Gebäude nicht auf die Ausstellungsräume selbst.

"Günstiger könnte ein Ausstellungshaus eigentlich nicht kommen!", so Barbara Kahle. Die Mitglieder des Kultursenates hatten sich bereits einstimmig für die weitere Nutzung des Kesselhauses ausgesprochen (mehr unter: www.kunstraum-jetzt.de).


US-Gelände braucht noch Jahre

Mit dem vom Kunstverein für das Jahr 2014 übergeordneten Titel "Räumlichkeiten" scheint nun weniger ein Ausstellungsjahr gemeint zu sein, sondern die Suche nach Räumlichkeiten als Aufgabe und Ziel des Kunstvereins selbst. Dass kein eigener Ort für den Kunstverein in Bamberg zur Verfügung steht, ist nichts Neues und hat in Bamberg schon Tradition. Doch diesmal hat es den Kunstverein Bamberg besonders stark getroffen. Denn anstehende Renovierungsarbeiten machen auch die Nutzung der Villa Dessauer 2015 ungewiss. Vertröstungen auf das Konversionsgelände ändern an dem aktuellen Zustand und für die kommenden Jahre erst einmal wenig bis gar nichts.

Eine bereits ausgiebige Suche hat keine räumlichen und finanzierbaren Alternativen aufgetan. Für die Stadt günstigere Varianten sind auch nicht im Entferntesten in Sicht. Das Ganze hat sich scheinbar von einer finanziellen Verwaltungsangelegenheit zu einer politischen Grundsatz-Diskussion entwickelt, die um die Frage kreist: "Will die Stadt Bamberg zeitgenössische Kunst in Bamberg vertreten sehen oder nicht? Erschwerte Bedingungen für das neue Team des Kunstvereins , das seinen fast 400 Mitgliedern wie auch der gesamten Bamberger Bürgerschaft gerne zeitgenössische Kunst (auch) in Bamberg zu Teil werden lassen möchte.


Zwei Ausstellungen stehen fest

Aktuell stehen zwei Ausstellungen für 2014 fest: 16. Mai, "Alles fließt", Arbeiten von Franz Kochseder, Vernissage im Foyer des E.T.A.-Hoffmann-Theaters; Dezember 2014, Gemeinschaftsausstellung mit Aldona Kut und Sebastian Kuhn "Controlled Collisions", Stadtgalerie Bamberg - Villa Dessauer.

Weitere Ausstellungen- und Exkursionen sind laut Barbara Kahle in Planung.