Es ist ein großer Tag für Gaby Hartmann und ihre Kolleginnen in Zapfendorf. Nach nur acht Monaten Bauzeit wurde die neue Kinderkrippe neben der bestehenden Kindertagesstätte St. Christophorus in Zapfendorf ihrer offiziellen Bestimmung übergeben. "Wir möchten den Kinder selbstbestimmtes Lernen ermöglichen - und das in einem hellen und freundlichen Haus." Ohne Frage ist das dem Architektenteam gelungen.

Die gesetzliche Regelung, dass jedes einjährige Kind seit dem 1. August 2013 Anspruch auf einen Krippenplatz hat, veranlasste die Marktgemeinde Zapfendorf zum Bau einer neuen Kinderkrippe - die Bedarfsplanung hatte steigenden Bedarf ergeben, der mit den bisherigen Gebäuden nicht zu leisten gewesen wäre. Im April 2013 erfolgte der Spatenstich, nur zwei Monate später das Richtfest. Seit 7. Januar 2014 ist die neue Krippe nun in Betrieb.

Als Standort entschied sich der Gemeinderat für ein Grundstück direkt neben dem Gebäude der Kindertagesstätte St. Christophorus. Die Trennung ermöglicht verschiedene Spielbereiche für Kinderkrippe und Kindergarten, Eingriffe in das bestehende Gebäude wurden nicht nötig. Im Frühjahr sollen, als letzter Schritt, auch die Außenanlagen fertig gestellt werden - mit Sandkasten und weiteren Spielangeboten.

Energiebewusstes Bauen

Jeder der beiden Gruppenbereiche verfügt über einen eigenen Schlafraum. Zentral zwischen den beiden Grupperäumen liegt der Versorgungsbereich mit Küche und Bad. Die Erzieherinnen erhielten im Obergeschoss einen Personalraum, auch Lagermöglichkeiten befinden sich dort. "Die Besonderheit des Hauses ist der zertifizierte Passivhaus standard", sagt Architekt Arne Vogels. Gebaut wurde in Massivholz, was auch die Bauzeit verkürzte. "Mit dieser Entscheidung hat die Marktgemeinde ein klares Zeichen für energiebewusstes Bauen gesetzt."

Vogels dankte insbesondere Bürgermeister Josef Martin (CSU/VU) für sein großes Engagement für die neue Krippe. Im Vordergrund der Planung habe stets die Frage gestanden: Was ist förderlich zum Erreichen der pädagogischen Ziele? So wurden viele Flächen für Spielmöglichkeiten freigehalten, der gesamte Flurbereich dient als "Bewegungsflur" fürs freie Spiel, zusätzlich wurden Spielmöbel eingebaut. Als Gastgeschenk hatte Vogels Holzplatten "zum Fühlen" dabei, mit denen die Kinder ihre Sinneswahrnehmung schulen können. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit den beteiligten Handwerksbetrieben.

Der Bürgermeister blickte nun bei der offiziellen Einweihung noch einmal auf die Baugeschichte zurück und erläuterte die wichtigsten Schritte. "Mit diesem neuen Gebäude stehen uns im Markt Zapfendorf insgesamt elf Gruppenbereiche zur Verfügung, was nach derzeitigem Stand der Jahrgangszahlen für die Zukunft ausreichend sein dürfte. Sie werden derzeit für vier Krippengruppen und sieben Kindergartengruppen genutzt." Als "Wehrmutstropfen" bezeichnete er die starke Auslastung der Handwerksbetriebe in der Bauzeit, was zu wenigen eingegangenen Angeboten und steigenden Kosten geführt habe. Statt der geplanten 1,13 Millionen Euro wird die Krippe voraussichtlich 1,25 Millionen Euro kosten, 630 000 Euro davon trägt die Gemeinde.

Betriebsträger der neuen Krippe ist, wie auch bei den Kindertagesstätten St. Franziskus und St. Christophorus, die katholische Kirchenstiftung St. Peter und Paul, Zapfendorf. Pater Charles und Pfarrer Jürgen Tinkl vollzogen abschließend die kirchliche Segnung. Danach konnten sich die Eltern und die Besucher die neue Krippe im Detail anschauen. "In die Planung waren wir von Anfang an mit einbezogen", erklärte Krippenleiterin Gaby Hartmann. Das Gebäude wurde also ganz genau auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten. Und das merkt man auch ...