Die Sparkasse sucht inzwischen mit Unterstützung eines international tätigen Dienstleisters nach geeigneten Käufern für ihre Grundstücke zwischen Lange Straße und Zentralem Omnibus-Bahnhof (ZOB) an der Promenade.

Sie hat das in Stuttgart ansässige Unternehmen Drees und Sommer eingeschaltet, das nach eigener Darstellung spezialisiert ist auf Entwicklungsmanagement, Infrastrukturberatung, Projektmanagement und Immobilienberatung.

Aktuell gibt es für das etwa 10.000 Quadratmeter umfassende Areal mehrere Kaufinteressenten, mit denen die Sparkasse in Verhandlungen steht. Das bestätigt auf Anfrage Direktor und Vorstandsvorsitzender Konrad Gottschall.

Einzelheiten zu den Ideen potenzieller Erwerber mochte er nicht preis geben. Nur, dass sie unterschiedliche Vorstellungen hätten und man alle über die Sensibilität der Innenstadt-Lage informiere, soweit sie die Situation nicht kennen.

Er, Gottschall, wünsche sich jedenfalls, "dass der neue Eigentümer glücklicher wird damit als es die Sparkasse war".

Deren Bemühungen, einen neuen Einzelhandelsstandort im Herzen der Stadt zu schaffen, reichen bis ins vergangene Jahrtausend zurück.

Erst sollte eine "Citypassage" entstehen. Als das Vorhaben 2005 am Widerstand des Denkmalschutzes scheiterte, wagte man zwei Jahre später unter dem neuen Namen "Quartier an der Stadtmauer" einen zweiten Anlauf.

Die modifizierten Planungen mit Multi Development als neuem Projektpartner mündeten noch im Februar 2012 in einen Gestaltungswettbewerb. Letztlich formierte sich aber auch gegen den Siegerentwurf so massiver Protest der Heimat- und Denkmalpflege, dass seither wenig passiert ist.

Der innerstädtische Einzelhandel steht dem Vorhaben ohnehin ablehnend gegenüber. Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, hofft nun, dass es Drees und Sommer gelingt, Interessenten mit alternativen Denkansätzen für das Quartiers-Gelände zu finden.

Ginge es nach Klaus Stieringer, dem Geschäftsführer des Stadtmarketing-Vereins, würden zwischen Promenade und Lange Straße vorwiegend Wohnungen entstehen. Bedarf ist vorhanden, die zentrale Lage böte sich darüber hinaus für kleinteiligen Handel an.

Die Stadt könnte mit einem Bebauungsplan Vorgaben machen, will dies aber nicht tun. Starke glaubt, das würde potenzielle Investoren einschränken.

Für den Bürgerverein Mitte ist das nicht nachvollziehbar. Der Vorstand des rund 350 Mitglieder zählenden Vereins hat jüngst in seiner "Inselrundschau" die Stadt aufgefordert, beim "Quartier" ihre Gestaltungshoheit wahrzunehmen.

Autor und Vorstandsmitglied Reiner Dietz glaubt, erst mit Planungssicherheit für Investoren ginge das "Weiterwursteln" zu Ende.

Eilig mit dem Verkauf hat es die Sparkasse nicht. Es müsse auch der Preis stimmen. Gottschall peilt einen wenigstens sieben- bis achtstelligen Betrag an. Die "goldene Nase", wie manche behaupten, sei jedenfalls nicht zu verdienen.