Über den Dächern von Bamberg: Am Heinrichsdamm 1 steht ein Mobilfunkmast von Vodafone. In luftiger Höhe über eine schmale Treppe erreicht man das Dach. Passenderweise ist das Amt für Informationstechnik der Stadt im selben Gebäude.

Oliver Baumann macht hier oben kein Hehl daraus, was Vodafone plant: "Wir wollen die Nummer 1 werden", sagt der Leiter der Abteilung Netzoptimierung. Der damit auch Leiter der Abteilung Attacke ist. "Wir wollen die Netzverfügbarkeit erhöhen", sagt Baumann. Es geht darum, dass immer mehr Menschen mobil im Internet unterwegs sind und dabei Daten senden und empfangen. Das Mobilfunknetz muss da mithalten - auch in Bamberg.

Härtester Kontrahent von Vodafone ist die Telekom, die bisher die Nummer 1 ist. In den vergangenen Tagen war Baumann viel unterwegs, um die Werbetrommel für Vodafone zu rühren - unter anderem in Coburg hat er die Netzmodernisierung seines Unternehmens angepriesen. Und nun war er in der Domstadt.

Auch Telekom stellt auf LTE um

Laut Firmenangaben hat Vodafone die Hard- und Software an den Mobilfunkanlagen ausgetauscht, alle UMTS-Basisstationen so aufgebessert, dass Bandbreiten bis 42,2 Megabit pro Sekunde möglich sind. Das bedeute eine Verdoppelung der bisherigen mobilen Surfgeschwindigkeit. An 13 Standorten wurde auch auf die LTE-Technik umgerüstet, an 13 weiteren Standorten soll das noch geschehen. Damit soll schnelleres Surfen überall in der Stadt möglich sein.

Doch auch die Telekom will die Nummer 1 sein. In Bamberg sind deshalb laut Telekomsprecher Hubertus Kischkewitz bereits 50 Prozent der Standorte mit der Technik LTE ausgestattet worden. Man wolle bis Ende des Jahres, spätestens aber bis Anfang des kommenden Jahres, auch alle anderen Standorte mit dieser Technik nachrüsten. Wie viele das sind, darüber gibt das Unternehmen keine Auskunft.

Insgesamt sind laut Angaben der Stadt Bamberg im Stadtgebiet derzeit 53 Mobilfunkanlagen aufgestellt. Mal mehr, mal weniger sichtbar. Eine von Vodafone versteckt sich unter anderem in der Altenburg. Das Beispiel zeige, dass sich Tradition und Moderne - mit der neuen, kompakten Technik - hier gut kombinieren lassen, heißt es von Vodafone, der Nummer 2. Die Altstadt muss auch mit Mobilfunknetz versorgt sein. Auf diese spezielle Situation nehme man Rücksicht. Insgesamt 26 Stationen rüstet Vodafone um. Die Anzahl der Stationen der Nummer 1 dürften darüber liegen.

Keine Beanstandungen

Die Mobilfunkstationen in der Stadt werden oft auch mehrfach verwendet, also von Telekom, Vodafone oder O2. Das begrüßt Karin Köberlein vom Umweltamt der Stadt Bamberg. Denn auch bei der Stadt weiß man um die Problematik, dass viele sich um ihren einwandfreien Empfang sorgen, zum anderen aber keinen Masten vor der eigenen Nase haben wollen. Mehrfachnutzungen verhindern eine Flut an neuen Masten. Meist werden bestehende Masten einfach auf die neue Technik umgestellt, wie der auf dem Dach am Heinrichsdamm 1, der Mast steht dort seit 1997.

Die Telekom will in Bamberg auch über neue Mobilfunkstandorte weitere Verbesserungen in der Versorgung erreichen. Über den Stand der Planungen gibt es keine Angaben.

Im vergangenen Jahr ist das Vorhaben des Telekommunikationsunternehmens, am Buger Berg und in Bughof eine Funkantenne bzw. einen Masten aufzustellen, bei den Bewohnern auf Widerstand gestoßen. Als Grund wurde die elektromagnetische Strahlung angeführt. Diese wird durch die LTE-Technik, die Telekom und Vodafone nun überall ausbauen, verstärkt, doch: Laut Angaben der Bundesnetzagentur, die Strahlungswerte kontrolliert und Anlagen genehmigt, gibt es bisher keine Beanstandungen.

Laut Vodafone, das über vier Milliarden Euro in zwei Jahren in die Netze steckt, soll nicht nur schnelleres Surfen möglich sein, sondern auch die Gesprächsabbruchsquote kleiner werden. Denn telefoniert wird schließlich auch noch.