Muttertag? "Den kennen wir nur mit Pferdemarkt", sind sich Sibylle Scheer und ihre Schwägerin Anita Schmittlutz einig und grinsen vielsagend. Muttertag, das bedeutet für sie Menschenmengen und jede Menge zu tun. Das war als Jugendliche für Stefan Schmittlutz und seine Schwester Sibylle schon so. Seit Sybille und ihre Schwägerin Anita Mütter geworden sind, hat sich daran nichts geändert. Nur eines ist seit vergangenem Jahr anders: Die zweite Generation hat seitdem organisatorisch die Zügel in der Hand. Laut Seniorchefin Eugenie Schmittlutz machen die Jungen das gut, Ehemann Franz nickt zustimmend. Die Vorbereitungen für den 24. Pferdemarkt sind so gut wie abgeschlossen. Alles läuft nach Plan. Obwohl die Großfamilie um Stefan Schmittlutz heuer noch etliche zusätzliche Ereignisse und Feiern zu bewältigen hatten.

Muttertag, im wörtlichen Sinn gab es da im März mit der eher überraschenden Geburt von Stutfohlen Namira. "Plangemäß" erblickte hingegen Anita und Stefan Schmittlutz' jüngstes Töchterchen Anna am 9. April das Licht der Welt. Taufe war in der Osternacht und die Kommunion der mittleren Tochter Mia am vergangenen Sonntag. Zwischen alledem gab es immer wieder etwas für den Pferdemarkt zu erledigen.

Die Vorbereitungen laufen schließlich seit Anfang des Jahres. "Wir haben Routine und sind ein eingespieltes Team", erklärt Stefan Schmittlutz. Fürs Rahmenprogramm mit Reitvorführungen ist Sibylle Scheer zuständig, die Leute vom Pferdehof bringen sich engagiert mit ein, sagt sie respektvoll.

Das Programm steht. Die Musik-DVD liegen sortiert bereit für die unterschiedlichsten Quadrillen. "Wir haben auch heuer wieder ganz besondere Überraschungen dabei", freut sich sie sich. Als auswärtigen Gast, so ergänzt ihr Bruder Stefan Schmittlutz, konnte Michelle Einbecker mit ihrem Tinker gewonnen werden, das Pferd wird Zirkluslektionen vorführen. So ist die Atmosphäre am Reit- und Haflingerhof verhältnismäßig entspannt. Nur Plakate, Festzelt und Biertischgarnituren lassen auf ein größeres Event schließen.

Muttertag. Am Mürsbacher Pferdehof stehen da wohl eherdie Kinder als die Mütter im Mittelpunkt. Sibylle Scheers älteste Tochter Lea (13) etwa hat Premiere. Sie tritt zu einer Reitvorführung erstmals auf dem 850 Kilo schweren Kaltblüter Paul an. Von der Tribühne aus wird ihre Mutter genau aufpassen. Aufpassen in anderer Hinsicht muss sie auf Leas jüngere Schwester Jule (12). Denn die hätte zusammen mit ihrer Cousine Eva gerne einen Friesen, wie sie wissen lässt. Wehe, wenn ihr einer gefällt! Eva wird auf dem Pferdemarkt aber auf jeden Fall etwas bekommen und zwar Reitstiefel, verrät Mama Anita.Schließlich werden an 18 Verkaufsständen Dinge rund ums Pferd, Reiten und Fahren angeboten.

Für den Pferdemarkt sind bereits 25 Verkaufspferde und -Ponys angemeldet. Ob Friesen dabei sind, verrät Stefan Schmittlutz sicherheitshalber nicht. Dafür aber gibt er den Hinweis, dass kurzentschlossene Privatleute und Händler noch die Möglichkeit haben, gesunde Pferde und Ponys die sie gerne verkaufen würden, anzumelden (Handy: 0170/441   0784). Allerdings, und darauf legt Veranstalter Stefan Schmittlutz größten Wert, müssen alle Tiere, die an der Veranstaltung teilnehmen Begleitpapiere, also den so genannten Equidenpass haben.

Kutschenausfahrt

Muttertag. Am Tag davor geben sich traditionell die Kutschenfahrer am Mürsbacher Pferdehof ein Stelldichein. Insgesamt 18 Gespanne, darunter das des langjährigen Mürsbacher Pfarrers Thomas Keßler, werden zwischen 11 und 11.45 Uhr zu einer Fahrt durch den Itzgrund aufbrechen. Gegen 15 Uhr werden sie zurück erwartet. Ab 18.30 gibt's Grillhaxen und Unterhaltungsmusik.

Muttertag. Viele pferdebegeisterte Mütter werden ihre Familien nach Mürsbach dirigieren. Ab 10 Uhr läuft die Veranstaltung, von der sich Stefan Schmittlutz am meisten wünscht, dass alles glatt und vor allem unfallfrei über die Bühne geht. Die Großfamilie wird zusammen mit den gut 50 Helfern der Stallgemeinschaft bis in den späten Nachmittag beschäftigt sein.

Muttertag. Im herkömmlichen Sinn fällt er für die Mütter der Schmittlutz-Familie am Sonntag wohl aus. "Wir holen das eine Woche später nach", erklärt Sibylle Scheer. Wie? Mit einer Wallfahrt nach Vierzehnheiligen zusammen mit Frühschoppen und Einkehr.