Mürsbach hat gewonnen. Gold! Auf Bundesebene. Am Mittwoch Nachmittag gab die Bundeskommission das Ergebnis des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" bekannt. Wie das unterfränkische Sommerach holte auch Mürsbach Gold. Mürsbach feierte sich und den Erfolg am Nachmittag in der Sutte.

Nicht nur Dorfsprecherin Sabina Sitzmann-Simon ist aus dem Häuschen. Alle liegen sich in den Armen, stoßen an, feiern ihr wirklich schönes Mürsbach. Das hatte man für den Tag der Bekanntgabe des Ergebnisses geplant, lange bevor dieses fest stand. Und dann so ein Ergebnis!

Das hatte die Dorfsprecherin fast nicht zu träumen gewagt. Zufrieden durfte man ohnehin sein. Denn das Engagement des 458-Seelen-Ortes hat ja in jedem Fall über den Wettbewerb hinaus Bestand. Genügend Grund zur Freude also, und so hatte das offizielle Wettbewerbs-Ergebnis nur noch die Krone sein können.

"Der Traum wäre eine goldene Medaille, der Wunsch überhaupt eine", hatte Sitzmann-Simon im Vorfeld vorsichtig formuliert. Am Mittwoch waren plötzlich mehr in der Sutte, die es "gewusst" haben wollten.

Die 24 schönsten
Im Bundeswettbewerb traten mit den 24 Dörfern die schönsten der Republik an, wobei hier nicht nach Einwohnerzahlen unterschieden worden war, wie in den vorherigen Runden. Denn im Bundeswettbewerb angetreten zu sein, bedeutet schließlich, sich zuvor auf Kreis-, Bezirks- und Landesbene durchgesetzt zu haben. So hatte Mürsbach in den letzten vier Jahren schon drei Mal Gold geholt.

Die bislang höchste Auszeichnung im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" (lange hieß er "Unser Dorf soll schöner werden") war bisher Silber auf Bezirksebene gewesen, so die Dorfsprecherin. Darum, ein schöneres Dorf zu werden, bemüht sich Mürsbach bereits seit 1971. Motor war damals der Obst- und Gartenbauverein unter der damaligen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Maria Müller. Deren Nachfolge als Vereinsvorsitzende hat Sitzmann-Simon 2007 angetreten und engagiert sich seitdem gleichfalls intensiv für ein noch schöneres und für die Zukunft lebens- und liebenswertes Dorf.

Zwischenzeitlich ist es so, dass sich gut ein Viertel der Bewohner für dieses Ziel einsetzt und daran aktiv mitarbeitet.

Bewusstsein entwickelt
Alleine in der jüngsten Zeit wurden Bänke an allen Wanderwegkreuzungen aufgestellt, der Vereinsgarten am Ortseingang neu angelegt, ein Beweidungskonzept mit Schafen und Ziegen auf den Trockenrasen verwirklicht und 20 Großbäume gepflanzt worden. Die Bevölkerung gestaltet die Zukunft ihres Ortes mit und hat dafür ein Bewusstsein dafür entwickelt. Es hat viele konkrete Aktionen gegeben, die von vielen Arbeitskreisen vorbereitet und begleitet wurden. Sabina Sitzmann-Simon freut sich darüber, dass sich insbesondere auch die Kinder einbringen. Die Nachhaltigkeit des Wettbewerbs an sich sieht sie nicht nur in den vielen realisierten Projekten, sondern auch in einem, auf dessen Realisierung sich der Ort nun freuen darf: der lang ersehnte Kinderspielplatz. Für dessen Planung sind im diesjährigen Etat des Marktes Rattelsdorf die Planungskosten eingestellt, weiß Sitzmann-Simon, die ihrerseits Marktgemeinderätin ist.



Das schöne Mürsbach mit zu feiern, dazu hat sie am Vortag jede Menge Mitstreiter eingeladen, so wie etwa Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch vom Landratsamt. Die kennt sich zwar perfekt mit dem Wettbewerbswesen bis zum Bundesentscheid aus und kennt die Verantwortlichen. Beim Bundesentscheid sei jedoch etliches anders. So wagte sie sich im Vorfeld auch an keinerlei Prognose. Fest steht für sie allerdings, dass Mürsbach "sich so gut präsentiert hat, wie man es nur erwarten kann".

"Wir haben ja auch gerackert," meint eine von vielen Aktiven. Die Ersten, die nun dem Bundes-Gold-Dorf einen Besuch abstatteten war eine vom Bamberger Helmut Klösel geführte Radlergruppe aus Oldenburg. Die durfte gleich mit ansoßen und wunderte sich nicht schlecht über so einen Empfang. Die offizielle Siegerehrung findet im kommenden Jahr in Berlin statt.