Seit rund zwei Jahren ist die ehemalige Brauerei Winkler in Melkendorf im Besitz der Gemeinde Litzendorf. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie soll geklärt werden, wie man zukünftig mit dem gesamten Areal umgehen kann. Dass hier wieder Bier gebraut werden kann, ist dem engagierten Team um Braumeister Christian Grasser und dem Litzendorfer Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) zu verdanken.

Da das Brauerei-Equipment noch vorhanden war, hat man im April wieder Bier gebraut. Rechtzeitig zum 60. Geburtstag des Bürgermeisters konnte am vergangenen Samstag nun das erste Fass angestochen werden. Routiniert erledigte Wolfgang Möhrlein den Anstich im Beisein von zahlreichen Geburtstagsgästen mit drei Schlägen.


Typisches Hausbräu

Es ist ein kräftig gehopftes, kantiges, bernsteinfarbiges Kellerbier entstanden, einem typischen fränkischen Hausbräu nachempfunden, so erläuterte es der Braumeister. Das Bier hat 12,8 % Stammwürze und 5,3 % Alkohol und war mit Wiener und Münchner Malz, Hallertauer Aromahopfen und fränkischer Kellerhefe angesetzt worden.

Nicht nur der Bürgermeister freute sich sehr über das Bier, hatte er doch beim Brauen mitgeholfen, sondern auch die vielen Gratulanten lobten den frisch gezapften Gerstensaft und ließen ihn sich im schönen Ambiente des Brauereigartens schmecken. Die Jugendblasorchester Pödeldorf umrahmte den Vormittag musikalisch.

Gemeinderat Alfred Winkler (CSU) hält die Revitalisierung des Brauereianwesens für die Dorfgemeinschaft in Melkendorf schon für äußerst wichtig. Er ist schon sehr gespannt auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie.


Brauerei war zu besichtigen

An diesem Vormittag konnte man in kleinen Gruppen auch die Brauerei besichtigen und den Brauern bei der Arbeit über die Schultern schauen. Diese hatten den nächsten Sud bereits angesetzt und ab 2. Juni gibt es die Möglichkeit zum "Bier fassen". Interessierte haben dann die Möglichkeit, sich Bier in ein Fass abfüllen zu lassen und es zu Hause im kühlen Keller fertig gären zu lassen.

Am Abend hatte Bürgermeister Möhrlein zur Geburtstagsfeier in die Grund- und Mittelschule eingeladen. Neben der Familie, Verwandten und Freunde waren auch zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche gekommen und wurden nicht nur mit Spezialitäten aus der Fränkischen Toskana verwöhnt. Für die musikalische Unterhaltung der rund 270 Gäste sorgten die Litzendorfer und die Lohndorfer Musikanten und der Melodas-Sepper.


"Kommunalpolitisches Urgestein"

Landrat Johann Kalb (CSU) würdigte Wolfgang Möhrlein "als Urgestein in der Kommunalpolitik" und dessen Fähigkeit, "Menschen zu begeistern". War er doch von 1996 bis 2003 Gemeinderat in Litzendorf und seit 2003 ist er der erste Bürgermeister der Gemeinde. Seit 2008 ist der Jubilar auch Kreisrat und 2014 wurde er zum Fraktionsvorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion gewählt.

Klemens Wölfel (SPD), Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Litzendorf, wünschte dem Jubilar insbesondere viel Gesundheit, "weil man die nicht kaufen kann und bei allem, was man tut, braucht." Er lobte darüber hinaus die Beharrlichkeit des Bürgermeisters Fördergelder und Bewilligungsbescheide für die Gemeinde zu akquirieren.

Sichtlich gerührt dankte Wolfgang Möhrlein für die vielen guten Wünsche und die Geschenke, die ihm überreicht wurden. Dabei vergaß er an diesem Abend nicht den besonderen Dank an seine Frau Luitgard und an seine engagierten Mitarbeiter in der Rathausverwaltung, im Bauhof und in den Kindertagesstätten, ohne die "vieles nicht zu schaffen gewesen wäre".