Da kommt bei den Stiftern von Stipendien immer Freude auf, wenn die Stipendiaten ihre vorfinanzierte Schaffenszeit dazu nutzen, einen für alle sicht- oder hörbaren Mehrwert zu generieren. David Saam zahlt mit seiner Gruppe Boxgalopp und allerhand frechen Kinderliedern in frisch abgemischtem Fränkisch an Stadt und Landkreis zurück, was ihm von der Stadt Bamberg und vom Landkreis 2017 als Stipendium zur Verfügung gestellt wurde.

Und es ist die vom Stipendiaten Saam zusammen mit seiner alternativen Volksmusik-Rasselbande, dem Kinderchor von Wasserknoden und dem Bayerischen Rundfunk Studio Franken eingespielte Musik-CD mit dem Titel "Hobbädihö" jeden Euro des Stipendiums wert. So kann Kulturförderung für kulturelle Start-ups also auch laufen.

Bunter Instrumentenmix

In der Alten Seilerei stellten Saam und seine Boxgalopp-Truppe die CD "Hobbädihö" vor. Kritisches Premierenpublikum war eine riesige Kinderschar, unter die sich einige Prominenz gemischt hatte. Paul Maar, Liebling der Kinder, durfte Saams Sams-Marsch erleben und Gudrun Schury und Rolf Bernhard Essig, die diesjährigen Berganza-Preisträger, waren ebenso mit von der kleinen Landpartie nach "Bischberg naus", wie Kulturbürgermeister Christian Lange, das BR-Aufnahme-Team von Bayern 1 und zahlreiche Vertreter des Bamberger Stadtrats und des Kreistags.

Mehrfach wackelte die Hütte, als Boxgalopp mit Akkordeon, Klarinette, Harfe, Geige, Dudelsack, Schlagzeug, Tuba, Kontrabass, Ukulele und Gesang dem Premierenpublikum einen Ohrwurm nach dem anderen servierte. Auf der CD werden die Boxgalopper von Viva Voce, den Gankino-Circus-Rockern, von Matthias Egersdörfer, er singt den Schocker "dä Bubblmoo", von Wolfgang Buck und Hanna Plaß unterstützt. Der Schauspielerin Hanna Plaß bleibt mit dem Schlaflied "Guds Nächdla, gud Nachd" der Schlussakkord auf der CD vorbehalten, den sie engelsgleich aussingt.

Duell mit dem "Hexenmasdä"

In der Alten Seilerei waren die "Hobbädihö"-Musiker auf sich und den Kinderchor Wasserknoden gestellt. Dafür lieferten sie aber als Rahmenerzählung für die einzelnen Lieder eine abenteuerlich tolle Geschichte ab, die sie, ihr begeistertes Publikum und den Vetter Michel mit seiner Cousine Elisabeth und den Ziegenbock Hobbädihö nach Bischberg zum Hans Gerch führte.

Der Hans Gerch soll die kleine Elisabeth, die einen schlechten Zahn hat, weil sie immer viel zu viel süße Limo, Torten oder gebrannte Mandeln und Eis schleckt, mit seinem wunderbaren Vuglbeer-Saft wieder gesund machen. Kann er aber nicht, weshalb sich Elisabeth mit dem "Hexenmasdä Grimifax" messen muss. Sie gewinnt den Wettstreit, wird den schlechten Zahn los und lernt leider nicht allzu viel aus den schmerzvollen Erfahrungen.

Derb und deftig

Gleich wie, die Geschichte geht gut "naus", die Kinder hält es schier nicht auf den Plätzen, die Liedtexte sind halsbrecherisch fränkisch und zungenakrobatisch aberwitzig gedichtet, sie sind auch einmal derb und deftig, so wie das Kinder eben gerne lustig finden. Und sie werden von schmissigen Melodien begleitet, die zum mitsingen, mitklatschen und mittrampeln einladen.

Und weil bei den Kindern alles besonders gut ankommt, was sich mit Bewegung verbindet, treibt das fachkundige Publikum die Boxgalopper und den Kinderchor von Wasserknoden ein ums andere Mal zu noch mehr musikalischer und fränkischer Gaudi an. Leider muss dann aber doch auch der schönste Ausflug nach Bischberg einmal zu Ende sein.

Macht nichts, denn die CD "Hobbädihö - Fränkische Kinderlieder mit Boxgalopp" kommt gerade noch rechtzeitig, um in jedem fränkischen Haushalt, in dem Kinder zwischen einem und 99 Jahren leben, unterm Weihnachtsbaum zu liegen. Dann aber dürfte die Weihnachtsparty abgehen.