Der automatische Alarm durch Brandmelder ist nichts Außergewöhnliches. "In der Regel handelt es sich um Fehlalarme aus technischen Gründen oder aufgrund menschlichen Fehlverhaltens", weiß man etwa beim Roten Kreuz in Bamberg. Dennoch müssen Feuerwehren und Rettungsdienste jedes Mal ausrücken. So auch am Mittwochmorgen gegen 3.45 Uhr.

Der automatische Brandmelder hatte im Seniorenpflegeheim in Walsdorf angeschlagen. Wenig später bestätigte ein Notruf, dass dort in einem Zimmer Feuer ausgebrochen und bereits ein Flügel des Heims verraucht war. Großalarm für Feuerwehren und Rettungsdienste, auch Polizei und Katastrophenschutz machten sich auf den Weg - insgesamt über 300 Einsatzkräfte. "Aufgrund dieser Meldung war eine komplette Räumung des Altenheims nicht auszuschließen", berichtet etwa der Einsatzleiter des Roten Kreuzes. Deshalb habe man zusätzlich zu den bereits auf dem Weg nach Walsdorf befindlichen drei Rettungswagen und dem Notarzt, weitere Kräfte nachalarmiert. Diese seien bereits nach 20 Minuten einsatzbereit gewesen.

Altenpflegerin bringt Bewohnerinnen in Sicherheit
Allerdings kam da schon eine erste Entwarnung aus Walsdorf: Feuer gelöscht, Räumung des Altenheims nicht notwendig. Der Brand verlief also glimpflich. Eine 31-jährige Altenpflegerin erlitt jedoch eine Rauchvergiftung und musste ins Klinikum Bamberg gebracht werden. Die Frau hatte zuvor die beiden Bewohnerinnen des Zimmers im ersten Stock, in dem der Brand ausgebrochen war, sicher aus dem Zimmer bringen können. Die beiden Geretteten blieben ebenso wie die anderen Bewohner des Heims unverletzt. Sie wurden zur Sicherheit in einen anderen Trakt des Gebäudes gebracht. Den Sachschaden schätzt die Polizei nach ersten Angaben auf etwa 30.000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden aufgenommen.

Dass die umfangreiche Alarmierung dennoch unbedingt nötig war, obwohl einige der Wehren gar nicht zum Einsatz kamen, betont Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann. Entsprechend der Alarmstufe seien etwa 20 Feuerwehren mit rund 250 Einsatzkräften aus dem westlichen Landkreis nach Walsdorf gerufen worden.
"Bei einem größeren Szenario braucht es wegen der begrenzten Einsatzzeit mehr Atemgeräteträger in Bereitschaft. Das kann die örtliche Wehr dann nicht mehr gewährleisten", erklärt der Kreisbrandrat. Und von einem solchen Szenario - der Evakuierung des gesamten Seniorenheims - war auszugehen.

Auch beim Roten Kreuz blieben die zusätzlich formierten Kräfte nach der Entwarnung nur noch einige Zeit in Bereitschaft. Und auch die ausgerückte Schnell-Einsatz-Gruppe konnte nach etwa einer Stunde zurückkehren. "Unterm Strich sind wir froh, dass trotz des ausgebrochenen Feuers schlussendlich nur eine Patientin ins Krankenhaus gebracht werden musste. "Für so einen Einsatzverlauf stehen wir auch gerne morgens um 4 Uhr auf - für die Allgemeinheit kostenlos und wieder einmal zu 100 Prozent ehrenamtlich", zieht BRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Otto Bilanz.