Als das Ankerprojekt des Haushalts 2013 bezeichnet Bürgermeister Markus Zirkel die Realisierung des Städtebauprojekts Marktscheune. Mit dem Etat befasste sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Die Marktscheune bildet laut Zirkel den Schwerpunkt des Innenstadtausbaus. Der Bau der Kindertagesstätte im sogenannten Schmitt-Haus in unmittelbarer Nähe dazu sei ein weiteres wesentliches Vorhaben im Herzen der Stadt. Gleiches gelte für das Hallstadt-Museum in der Fischergasse 4.

Für Letztgenanntes lägen Konzept und Pläne in der Schublade. Landesstiftungsmittel seien zugesagt. Sobald die Zufinanzierung der Oberfrankenstiftung als größtem Geldgeber vorliegt, könne man in die Ausschreibung gehen. Für den Bau der Marktscheune ist der Vorgängerbau abgerissen, an der neuen Trafostation werde bereits gebaut. Für die Marktscheune sei die Genehmigungsplanung im Werden, so Zirkel. Fest vorgesehen sei für heuer auf jeden Fall das Ausheben der Baugrube. Der weitere Fortschritt hänge dann nicht zuletzt vom Landesamt für Denkmalpflege ab. Für die Kita sei die Freigabe durch dieses Amt bereits erfolgt, freut sich der Bürgermeister.

Als ein Projekt, das den Schulstandort Hallstadt weiter sichern soll, bezeichnete Zirkel die Errichtung einer Mensa an der Hans-Schüller-(Mittel) Schule. Innerhalb des Mittelschulverbunds mit Bischberg und Oberhaid ist die Ganztagsschule in Hallstadt. Bisher speisen deren Schüler in einem früheren Lehrerzimmer. Die Mensa soll einerseits Raum für die Schüler, die hier versorgt werden, schaffen und zudem auch die Zubereitung des Essens vor Ort ermöglichen.

Eine weitere Investition in die Zukunft der Stadt stelle die energetische Sanierung des 1978 in Betrieb genommenen Freibads dar, so Zirkel. Aber auch in die Infrastruktur investiere die Stadt. Die Josefstraße werde in dem Jahr fertiggestellt, mit dem Ausbau der Hans-Wölfel-Straße begonnen.

Zirkel schloss sich der Einschätzung von Kämmerer Markus Pflaum an, der den Etat als "ausgewogen und potent" bezeichnete und im Detail vortrug. Pflaum stellte gleichwohl fest, dass der Schwerpunkt des Werkes sehr wohl von Hallstadts "Neuer Mitte" und der Marktscheune geprägt sei, aber auch eine Vielzahl von kleineren Projekten realisiert würden. Dank der Rücklagen müssen keine Kredite aufgenommen werden. In diesem Jahr ist der Rücklagentopf der Stadt mit rund 22 Millionen Euro gefüllt. Wie sich die Rücklagen weiter entwickeln, hänge stark von der Entwicklung auf dem Sektor Gewerbesteuer-Einnahmen ab.

Nicht ganz so zufrieden mit dem Haushalt 2013 zeigt sich der Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion Thomas Söder. Über zehn Millionen Euro in die Marktscheune zu investieren, "und immer noch kein Betreiber!", übte er einmal mehr Kritik. Bei einer solchen Investition hält er das Risiko einfach für zu hoch. Deswegen lehne ein großer Teil seiner Fraktion den Haushalt ab.

"Außerhalb der Marktscheune passiert nicht viel", findet Söder. Viele andere wichtige Vorhaben wie der Bau einer Sporthalle, der Neubau eines Feuerwehrhauses oder die Neugestaltung des Marktplatzes würden sich deswegen verzögern. Obendrein vermisst Söder eine Planung für das Anwesen in der Mainstraße, das die Stadt "für viel Geld" erworben hatte. Ziemlich anders beurteilt SPD-Fraktionssprecher Udo Hofmann den Etat 2013. Er findet ihn "im Großen und Ganzen in Ordnung".

Wert legt er auf die Feststellung, es würden "nicht nur Großprojekte, sondern auch viele kleinere verwirklicht". Hofmann denkt dabei etwa an die Anschaffung eines Fahrzeugs für die Feuerwehr Dörfleins (90 000 Euro), die Schaffung eines Freegame-Platzes in Dörfleins oder die vielen freiwilligen Leistungen für Vereine, Verbände etc. (221 000 Euro). Außerdem legt er Wert auf die Feststellung, dass Hallstadter keine Straßenausbaubeiträge und keine Konzessionsabgabe zahlen müssen. Insgesamt seien "viele tolle Sachen am Laufen", zeigt er sich zufrieden.

Das gilt auch für den Zweiten Bürgermeister Ludwig Wolf, der das Werk namens des Bürgerblocks kommentiert. Seine Fraktion habe im Übrigen keine weiteren Anträge zum Haushalt gestellt, weil die immer auch Geldausgaben nach sich ziehen. Die wichtigen Projekte (neben den bereits genannten zählte er weiter dazu den Hochwasserschutz, die Rathaussanierung und den Ausbau der Lichtenfelser Straße) sehe er berücksichtigt. Nebenschauplätze solle man nicht aufmachen, dagegen bereits Beschlossenes gemeinsam tragen und umsetzen, forderte Wolf.

Wie auch die anderen Sprecher zollte er insbesondere dem Kämmerer und der Verwaltung Dank "für die gute Arbeit, die sich hinter dem Zahlenwerk verbirgt." Mit einem 16:4-Votum hat der Stadtrat den Etat 2013 auf den Weg gebracht.