Was war da los, Freitagabend auf dem Berliner Ring? Stau, wilde Fahrmanöver, dauernd jemand am Hupen. Während die Einen noch verzweifelt einen Parkplatz suchten - oder überhaupt vorwärts kommen wollten - pilgerten die Anderen schon zu Fuß zur Brose-Arena.
Fast mutete die abendliche Massenbewegung wie ein großer Familienausflug an: Mutter, Vater und die Kinder. Dazwischen immer wieder Grüppchen aus Mädels im Teenager- und jungen Erwachsenenalter. Alle wollten sie zum Bamberg-Termin der "Tape"-Tour von Mark Forster, Popsänger und Fernseh-Juror in der Kinder-Castingshow "The Voice Kids".

Der Mann mit Brille, Kappe und eindringlicher Stimme machte die Halle voll. Die etwa 8000 Menschen brachen sofort in Jubel aus, als Forster mit dem Konzert startete. Er sei glücklich, hier in Bamberg zu sein, sagte er. Und seine Fans waren glücklich, eine Karte ergattert zu haben. Von der ersten Minute an waren sie voll dabei.
Über zwei satte Stunden, inklusive Zugaben, spielte Forster Songs aus allen drei seiner bisher erschienen Alben. Drohte beim Publikum zwischenzeitlich eine leichte Konzentrationsschwäche aufzukommen, riss der 33-Jährige es mit seinen kraftvoll interpretierten Balladen sofort wieder aus den Träumereien.

Gefühlvolles ist eh seine Spezialität. Ob unpluggend, nur mit Akustikgitarre, oder mit dem musikalischen Wumms seines sieben Mann starken "Orchesterchens" im Rücken - gerade bei Liedern für's Gemüt konnte er mit seiner gesanglichen Qualität überzeugen, auch und gerade in den Höhen. Bei seiner Ballade "Immer Immer Gleich" hingen die Fans im Sternenfunkeln aus Handylichtern an seinen Lippen.
Doch war es keineswegs ein Schnulzen-Konzert, nie überschritt er die Grenze, sorgte immer rechtzeitig für einen Bruch und machte einen Abstecher in andere Genres. Seinen Song "Ich trink auf dich, mein Freund" präsentierte er in Reggae-Manier, sein Hit "Hör auf die Stimme" driftete in die elektronische Musik ab und setzte die Energie des Publikums frei.
Forster selbst sprang und tanzte die zwei Stunden selbst wie ein Flummi über die Bühne, schwitzte zwei T-Shirts durch und setzte auf gepflegten Smalltalk mit dem Publikum.

Das feierte ganz besonders Bandmitglied "Nitti": "Der kommt nämlich aus Oberfranken und hat heute ein Heimspiel!", verriet Forster. "Familie und Freunde sind da. Also immer, wenn sein Name fällt, müsst ihr ihm so richtig zujubeln!" Die Fans waren sofort dabei. Noch lauter wurden sie, als Forster preis gab, dass "die halbe Crew aus Franken" kommt.
Aus ganz Franken und darüber hinaus war auch das Publikum, das mit Sängerin "Amanda" nicht nur einen gut ausgesuchten, weiblichen Sangespart serviert bekam. Immer wieder gab es Feuershows, Nebelfontänen und Konfetti ohne Ende - ganz nach dem Motto einer Liedzeile "Ich lass Konfetti für dich regnen, ich schütt' dich damit zu."
Und dann waren noch die "Bläsers", die mit ihren Instrumenten wahlweise tanzten oder sie glasklar erklingen ließen. In mehreren seiner Songs sind die Blechbläser fest integriert, und das ist gut so. Genauso wie die Tatsache, dass ein positiver Mark Forster es verstand, zu seinem Live-Publikum eine gute Verbindung herzustellen. Gerade bei der Zugabe sang die ganze Halle aus vollem Halse mit: "Und die Chöre sing'n für dich."