Spannung lag in der Luft im Gemeindezentrum St. Josef/Hain. Dicht gedrängt saßen junge Menschen auf den Bänken, mitten unter ihnen alle drei Bürgermeister der Stadt Bamberg sowie einige Stadträte. Der Stadtjugendring hatte eingeladen zur Verleihung des "Jugendpreises in der Stadt Bamberg". Elf Bewerber gab es.

Insgesamt 1000 Euro standen zur Verfügung, gestiftet von der Sparkasse Bamberg. Bevor das gut gehütete Geheimnis um die Preisträger gelüftet wurde, gab es Lob für alle Bewerber-Organisationen, die im Stadtjugendring zusammengeschlossen sind, sowie für Schulklassen, die sich mit ihren Projekten bewarben.

OB Andreas Starke würdigte die "Brückenfunktion zwischen Stadt und Jugend", die der Ring einnehme. Und Julia Mari, ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Stadtjugendringes, stellte alle elf Bewerber "in den Mittelpunkt dieser Veranstaltung".

Alle wurden präsentiert

So war es folgerichtig, dass jeder Einzelne mit seinem Betätigungsfeld vorgestellt wurde. Besonders augenfällig geriet diese Präsentation der Jugendfeuerwehr Bamberg: Die Festgäste strömten nach draußen, um das neue Ausbildungsfahrzeug zu bewundern, das die jungen Floriansjünger dank Spendenaktionen nutzen können.

Stadtjugendpflegerin Eva Pfeil schritt zur Preisverleihung. Der Gewinner des dritten Preises (200 Euro) ist die Jugendgruppe des Sportfischervereins Bamberg und Umgebung e.V. mit der Gewässerreinigungsaktion am RMD-Kanal sowie am Holler- und Nonnengraben. Etwa 25 Jungangler fischten neben dem üblichen Ufermüll auch Fahrräder, Reifen, Metallteile und Angelschnurreste heraus. Dazu gab es gleich noch eine Infoeinheit. Denn "durch die in und am Unterwassermüll beheimateten Kleinsttierlebewesen konnte den jungen Leuten ein Eindruck von den wichtigsten Fischnährtieren vermittelt werden", erklärte Eva Pfeil.

Barrieren abbauen

Der zweite Preis (300 Euro) ging an den FC Eintracht Bamberg 2010 für die Ausrichtung des "Internationalen Fußballturniers" in Zusammenarbeit mit dem Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg. Es sei ein Gemeinschaftserlebnis gewesen, das Brücken baue und zur Überwindung von Vorurteilen beitrage, so die Stadtjugendpflegerin.

Das Fußballturnier mit 20 Gruppen aus zehn verschiedenen Ländern habe ein Zeichen für die Integration und insbesondere für die Integration durch Sport gesetzt: "Sport und die Begeisterung dafür verbindet Menschen über Grenzen hinweg", sagte Eva Pfeil. Der FC Eintracht habe hierzu einen "hervorragenden Beitrag geleistet".

Sparkassen-Pressechef Mathias Polz hielt die Laudatio auf den ersten Preisträger (500 Euro): die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg - Stamm St. Josef Bamberg - genau genommen die "Rover" für ihre Umweltaktion in Bambergs senegalesischem Partnerbistum Thiès. Unter der Führung von "Rover"-Leiter Martin Bullin haben die jungen Pfadfinder dort Bäume gepflanzt, Müll am Atlantik-Strand gesammelt und sie haben "neue Perspektiven gewonnen durch die Kontakte mit Gleichaltrigen in einem Dritte Welt-Land".

Für Mathias Polz ist damit das Völker verbindende Motto der Pfadfinder vorbildlich umgesetzt: "Wir sollten die Welt etwas besser verlassen als wir sie vorgefunden haben." Das Siegerprojekt des Stammes St. Josef habe alle Ziele des Jugendpreises erreicht: Die Pfadfinder haben mit ihrer Arbeit soziales, politisches und kulturelles Engagement entwickelt.

Nach Auskunft des geistlichen Leiters der DPSG St. Josef, Kurat Friedolf Lappen, soll das Preisgeld als Reisekostenzuschuss für die Senegal-Tour der "Rover" verwendet werden.