In der Moosstraße/ Ecke Armeestraße hat ein Sperrmülltrupp wieder sein Lager aufgeschlagen. Zwei Planen verdecken die "Beute" der Woche. Die Männer sind freundlich, sie freuen sich über das gute Wetter. Doch enttäuscht seien sie, dass nichts Brauchbares im Sperrmüll in den Straßen Bambergs zu finden ist.

Was sie mit dem gesammelten Haufen an Stühlen und Waschmaschinen anfangen werden, wenn sie wieder zu Hause sind, das wollen die Polen nicht verraten. Erst mal stehen lassen, meint einer von ihnen und nippt an seiner Tasse Kaffee. Sie seien auch auf der Suche nach Autoreifen und Stereoanlagen. Doch das gibt es meistens im Sperrmüll nicht. Autoreifen gehören schon gar nicht auf den Gehsteig. Enttäuschend für die Müllsammler.

Bald wird es noch enttäuschender. Die Stadt plant nach einem Beschluss des Umweltsenates im vergangenen Herbst eine Neuregelung beim Sperrmüll: Ab nächstem Jahr wird der Müll zu individuellen Zeiten abgeholt. Das ist jetzt schon der Fall, wird aber bald noch strikter angewandt. Dann nehmen Mitarbeitern des städtischen Entsorgungsbetriebs den Müll praktisch direkt aus den Händen der Bürger in Empfang.

Vorbei ist die Zeit des Müllsammelns. Nicht nur für Profis, die momentan massenweise im Stadtgebiet unterwegs sind - auch für den ein oder anderen Studenten, der sich einen Stuhl für den Küchentisch in der Wohngemeinschaft wünscht.

Neues System ab 2015

Auf der FT-Facebookseite haben sich die User vor allem genervt gezeigt, dass so viele gewerbliche Müllsammler unterwegs sind. Einer Kommentatorin reicht es, "weil erstmal alles in den Transporter gepackt und dann an einem anderen Ort aussortiert wird. Und da bleibt das Zeug dann auch liegen."

Ähnlich sieht man das auch bei der Stadt. "Das sind Missstände, die überhand genommen haben", sagt Claus Reinhardt, Sprecher des Baureferats. Durch das Zerlegen von Geräten werde zudem oft eine Umweltverschmutzung in Kauf genommen, was nicht akzeptabel sei.

Im neuen System, das ab Januar 2015 in Kraft tritt, wird Sperrmüll wie die Papiertonne im Vier-Wochen-Rhythmus abgeholt. Jeder Haushalt hätte ein Mal im Monat die Möglichkeit, seinen Sperrmüll anzumelden. Abgefahren wird nicht mehr nur wie bisher im Frühjahr und Herbst, sondern das ganze Jahr über.

Eine Person müsste - Planungsstand jetzt - am Abholtag anwesend sein. Dadurch werde verhindert, dass der Anmelder falsche Gegenstände wie Kartons auf den Sperrmüll stellt. Claus Reinhardt glaubt, dass die Regelung bürgerfreundlicher ist. "Damit steht auch nicht das ganze Stadtgebiet voll."

Noch vor der Sommerpause will die Verwaltung dem Stadtrat die Regelung vorstellen. Bis dahin wird daran im Umwelt- und Abfallwirtschaftsamt gefeilt. Danach will die Stadt über das neue System informieren.

Im Herbst wird es noch mal einen Abholtermin nach alter Regelung geben. Die vielleicht letzte Chance für Müllsammler, "fette Beute" zu machen.