Unsere Leserin Ingrid Hauke aus Bamberg hat uns vor einiger Zeit ein Foto geschickt. Darauf zu sehen ist ein Vogel, der auf dem Rasen liegt. Auf den ersten Blick könnte es tatsächlich so aussehen, als wäre der Vogel tot.

Die Flügel weit von sich gestreckt, eine verdächtige rote Stelle am Bürzel - viele Kollegen im Team von inFranken.de vermuten: "Die Amsel wurde Opfer einer Katze und liegt leblos auf dem Boden."


Sonnenbad in der Gluthitze?

Doch ein Kollege scheint es besser zu wissen: "Die Amsel lebt. Sie liegt ja nicht tot auf dem Rücken. Sie liegt entspannt auf dem Bauch und sonnt sich." Warum? Das kann er jedoch auch nicht beantworten. Ein Experte muss also her.

Markus Erlwein, Pressesprecher vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), hat nach kurzer Rückfrage mit seinen Vogelkundlern die Antwort parat: "Das zunächst befremdlich anmutende Verhalten der Amsel ist ein normaler Teil der Gefiederpflege. Wie hier auf dem Bild zu sehen ist, nimmt das weibliche Tier ein gezieltes Sonnenbad in der Hitze, um sich der Parasiten aus dem Federkleid zu entledigen."


Zu heiß für Parasiten

Den Parasiten soll es in der direkten Hitze derart heiß werden, dass sie eingehen oder das Gefieder fluchtartig verlassen, so der Experte. "Aus dem gleichen Grund nehmen Vögel auch gerne ein Bad im Sand oder Staub. Auch damit sollen Parasiten in den Federn bekämpft werden", erklärt Erlwein.

Wenn sie in den kommenden, heißen Tagen also Amseln auf ihrem Gartenrasen entdecken, die sich sonnen: Das Verhalten ist vollkommen normal.

Hätten Sie's gewusst?


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