In diesen Zeiten des historischen Zinstiefs fragt sich so mancher: Wie und wo kann ich eigentlich noch Geld anlegen? Oft genug lautet die Antwort: In Immobilien. Die zukunftsträchtige Investition eignet sich nicht nur für Menschen, die Erspartes einbringen wollen, sondern auch für jene, die lieber in den eigenen vier Wänden wohnen möchten. Wie man diese am besten finanziert, erklären zwei Experten bei einer Telefonaktion dieser Zeitung.

Am Dienstag, 11. Dezember, stehen von 16 bis 18 Uhr Daniel Wazanini vom Verband der privaten Bausparkassen und Michael Fritsche vom Verband privater Bauherren unseren Lesern Rede und Antwort. Sie wissen aus ihrer täglichen Beratung: "Das historische Zinstief und die hohe Nachfrage bei Sachwerten machen die selbst genutzte Immobilie immer beliebter, aber auch teurer." Beim Bau und Erwerb des Eigenheims hätten der Bauherr bzw. Eigentümer eine Menge Dinge zu beachten. Angefangen bei der Baufinanzierung: Mit dem richtigen Finanzierungs-Mix, unter anderem mittels staatlicher Förderung und Baudarlehen, sei der Interessent auf der sicheren Seite.

Eigenkapital sollte schon sein

Die Bausparkassen oder Banken beziehen für die Finanzierung das vorhandene Eigenkapital, zum Beispiel einen zuteilungsreifen Bausparvertrag und natürlich das Einkommen (nach Abzug aller Lebenshaltungskosten) ein. "Eigenkapital muss zwar nicht zwingend vorhanden sein, doch auch im Sinne des Interessenten sollten wenigstens 20 Prozent der Objektkosten aus eigener Tasche zur Verfügung stehen", erklären die Experten.

Für eine solide Finanzierung gelte die Faustformel: 20 bis 30 Prozent Eigenkapital, 20 bis 30 Prozent Bauspardarlehen und 40 bis 60 Prozent Hypothekendarlehen. Staatliche Förderung und Förderprogramme unterstützen den Bau- oder Kaufwilligen außerdem.

Für den Neubau oder die Sanierung des Eigenheims gebe es nicht nur Fördermittel durch Bund und Länder. "Bezuschusst wird zudem der gute alte Bausparvertrag", erklären Wazanini und Fritsche. "Sei es durch die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmersparzulage oder die so genannte Eigenheimrente, besser bekannt als Wohn-Riester." Doch der Reihe nach: Für die Wohnungsbauprämie erhält der Bausparer auf seinen jährlichen Sparbetrag von maximal 512 Euro, Ehepaare 1024 Euro, eine Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent. Andererseits die Arbeitnehmersparzulage: Arbeitnehmer können eine Sparzulage in Höhe von neun Prozent auf vermögenswirksame Leistungen beanspruchen. Der Arbeitgeber überweist dabei bis zu 470 Euro pro Jahr auf das Bausparkonto des Arbeitnehmers. Für die Eigenheimrente dürfen Riester-Bausparer das gesamte angesparte Bausparkapital vollständig für den Kauf, Bau oder für die Entschuldung einer selbst bewohnten Immobilie verwenden. Auch eine Teilentnahme bis zu 75 Prozent des Bausparvermögens ist zulässig. Als Folge werden mit den Riester-Zulagen auch Immobiliendarlehen getilgt. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, besser bekannt als KfW, vergibt Fördergelder. Erhältlich ist ein Förderkredit von der KfW-Bank mit bis zu 100 000 Euro, wenn das Gebäude zu einem Effizienzhaus saniert wird und einen bestimmten energetischen Standard erreicht. "Die Anträge sind", darauf weisen Wazanini und Fritsche hin, "stets vor Sanierungsbeginn über die Bausparkasse oder Hausbank zu stellen". Alternativ bezuschusst die KfW energetische Einzelmaßnahmen, zum Beispiel den Austausch der Heizung, mit bis zu 18 750 Euro. Mit den KfW-Förderprogrammen "Energieeffizient Sanieren" und "Altersgerecht Umbauen" können Hausbesitzer doppelt profitieren und sowohl in den Schutz gegen Wohnungseinbruch als auch in barrierereduzierende oder energieeffiziente Maßnahmen investieren.

"Voraussetzung ist, dass die Arbeiten in unmittelbarem Zusammenhang mit einer altersgerechten oder energetischen Verbesserungen stehen", betonen die Experten. Erhältlich seien zinsgünstige Kredite oder ein Investitionszuschuss.

Gefördert werden neue Fenster und Türen, die Installation von Alarmanlagen oder auch der Einbau von Rollläden und Gegensprechanlagen. Neu ist den Experten zufolge das Baukindergeld, welches ebenfalls bei der KfW beantragt werden kann. Laut Koalitionsvertrag beträgt dieses 1200 Euro pro Kind und wird über zehn Jahre lang gezahlt. Die Einkommensgrenze liegt bei 75 000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr, plus zusätzlich 15 000 Euro pro Kind. Liegt nachweislich ein erhöhter Pflegebedarf vor, ist über die Pflegekasse ebenfalls ein Zuschuss für die Wohnumfeldverbesserung möglich und mit KfW-Zuschüssen durchaus kombinierbar. Eine Koppelung von KfW-Maßnahmen mit einem geförderten Baudarlehen der Landesbanken ist dagegen nicht möglich.

Kostenlos anrufen

Jede Menge Möglichkeiten an Fördergeldern also, die für die Finanzierung oder Sanierung eines Eigenheims in Frage kommen. Antworten für ihren individuellen Bedarf bekommen unsere Leser bei unserer kostenlosen Telefonaktion am 11. Dezember. Die Leitungen sind von 16 bis 18 Uhr geschaltet.