In der Langen Straße herrscht eigentlich immer geschäftiges Treiben. Mehr als 10.000 Autos und 500 Busse fahren hier am Tag durch, hinzu kommen ungezählte Touristen und sonstige Fußgänger. Zwei große Baustellen in der Langen Straße sorgen dafür, dass derzeit viele Verkehrsteilnehmer von ihren gewohnten Pfaden abweichen müssen. Schon seit geraumer Zeit werden die Fußgänger wegen der Bauarbeiten am "Quartier an der Stadtmauer" vom Gehsteig auf die Straße geleitet, die sich entsprechend verengt. Ein Stück weiter auf der anderen Seite, an der Langen Straße 22 und 24, befindet sich die zweite Baustelle , die derzeit um einen mobilen Kran erweitert wird - was ebenfalls zu einer Fahrbahnverengung führt.


Fußgänger: Seite wechseln

Die Häuser Nummer 22 und 24 werden von einer zur Mediengruppe Oberfranken (MGO) gehörenden Besitzgesellschaft saniert, um dort hochwertige Gewerbeimmobilien zu schaffen und auch den Eingang zu den Theatergassen optisch aufzuwerten. Das ist auch aus Gründen des Denkmalschutzes durchaus eine Herausforderung.

Die Stadt Bamberg weist auf Beeinträchtigungen bis voraussichtlich Ende Oktober hin. Um die Durchfahrt der Langen Straße weiter gewährleisten zu können, müssten Fußgänger zukünftig ab Höhe Generalsgasse die Fahrbahn überqueren und auf den gegenüberliegenden Gehweg vor den Hausnummern 17 und 19 wechseln. Dort wurden die Fahrradbügel entfernt. Radfahrer können in einem markierten und abgesicherten Notweg entlang des Baufeldes zum Schönleinsplatz fahren. Die Umleitung für Fußgänger und Radfahrer ist ausgeschildert. Auch der Durchgang zu den Theatergassen an der Langen Straße 22 bis 24 kann in dieser Zeit nicht genutzt werden.


Bedenken wegen Baustelle

Freilich hält sich längst noch nicht jeder Verkehrsteilnehmer an die Beschilderung. So nutzen immer wieder Fußgängergruppen den für Radfahrer gedachten Notweg, statt auf den gegenüberliegenden Gehsteig zu wechseln. Pius Schiele von der Interessengemeinschaft Langen Straße hat durchaus seine Bedenken wegen der Baustelle. Dass sich die Fußgänger auf der verengten Fahrbahn gegen den fließenden Verkehr bewegten, hält er für nicht ungefährlich. Außerdem fürchtet er, dass Rettungsfahrzeuge nicht mehr durchkommen, wenn der Verkehr ins Stocken kommt.

Und schließlich hätten es gerade die Geschäftsinhaber entlang der Baustelle schwer. Hier würde er sich zumindest ein Schild wünschen, dass der Durchgang zu den Geschäften frei ist. "Die Aufwertung der Langen Straße ist natürlich auch in unserem Sinn, gerade die Confiserie Storath ist eine echte Bereicherung. Aber man muss neben den Verkehrsteilnehmern auch den Geschäften in der Nachbarschaft gerecht werden", sagt Pius Schiele, der auf einen weiteren Vor-Ort-Termin mit Behördenvertretern setzt.


Fertigstellung Mitte/Ende 2019

Dass in der Langen Straße die unterschiedlichsten Interessen aufeinandertreffen, weiß auch Robert Schmidtlein, Geschäftsführer Finanzen und Service bei der Mediengruppe Oberfranken: "Aber wir brauchen den Kran dringend, um die Baustelle bedienen zu können." Straßenverkehrsamt und Polizei hätten die Baustelle mehrfach vor Ort bewertet. Die mit der Baustelle verbundenen Beeinträchtigungen halte man so gering wie möglich, ganz zu vermeiden seien sie aber nicht. Mitte/Ende 2019 rechnen die Bauherren mit der Fertigstellung des Gesamtprojekts.


Quartier an den Stadtmauern: Richtfest Mitte Mai

Auch beim Quartier an den Stadtmauern auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es voran. So liegt das Projekt laut Sparkasse voll im Zeitplan. Mitte Mai soll demnach das Richtfest stattfinden.
"Bei dem Gebäudeteil in der Langen Straße erfolgt die Rohbaufertigstellung Mitte Mai", erklärt dazu Petra Katzenberger von der Unternehmenskommunikation der Sparkasse Bamberg. Im Gebäudeteil der Franz-Ludwig-Straße wurde laut Angaben der Sprecherin bereits mit dem Innenausbau begonnen. Der Altbau in der Heller- und Keßlerstraße befinde sich momentan in den Rohbau- und Restaurierungsarbeiten.

Das Projekt der Sparkasse kostet insgesamt rund 50 Millionen Euro.