Den Bauern auf dem Jura ist es wichtig beim Erntedank zuerst Gott zu Danken für seinen Schutz und seine Gaben, die er ihnen auch dieses Jahr trotz widriger Wetterverhältnisse geschenkt hat. Mit dem Erntedankgottesdienst in der Pfarrkirche des Heiligen Jakobus d. Ä. und der Heiligen Katharina begann so der Jurabauerntag.

Hinter den vielen Ministranten trugen vier Jungbauern die Erntekrone in die Kirche, gefolgt von den Frauen des Fränkische-Schweiz-Vereins mit Körben voller Erntefrüchte und Blumen. Pfarrer Michael Herrmann fragte in seiner Predigt, was Jesus denn noch tun sollte, um den Glauben seiner Jünger zu stärken und spielte damit sicher auch auf die heutigen Christen an. Dann forderte er wie Jesus die Menschen auf, dankbar zu sein und sagte: "Besonders an diesem Erntedankfest müssen wir dankbar sein für die Menschen, die das alles geschaffen haben und für Gott, der uns die Früchte in Feld und Flur gegeben hat."

Nach seiner Predigt segnete er den Früchtealtar, der in der Kirche aufgebaut war und das Körnerbild davor. Dieses stellte den Bauern beim Säen und Ernten dar und wurde von der Mesnerin Christiana Kraus und ihrer Familie gestaltet. Der Festgottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Gesangverein Liederkranz Königsfeld unter der Dirigentin Claudia Kestler-Böhm.

Danach marschierten die Kirchenbesucher zu den Klängen der Aufseßtaler Blaskapelle hinter der Erntekrone in den festlich geschmückten Schleuppnersaal. Hier hieß Kreisobmann Edgar Böhmer die Gäste willkommen. Gemeinderat Ottmar Grasser begrüßte die Besucher im Namen der Gemeinde Königsfeld.

Als Hauptredner des Vormittags hatte Werner Nützel, Geschäftsführer des BBV Bamberg-Forchheim den Landtagsabgeordneten Holger Dremel (CSU) eingeladen. Dieser sprach am Anfang seiner Rede das neue Waldkonzept für Bayern an und verwies auf die enormen Schäden durch die sehr trockenen Jahre 2018 und 2019.

Geld und neue Arbeitsstellen

"Die Bayerische Staatsregierung hat deshalb neue Fördermittel bereitgestellt", führte er aus. Die Informationen seien über die Waldbesitzervereinigungen zu erhalten, ergänzte Dremel und fügte an: "Um noch schneller zu sein, legt das Bayerische Forstministerium bereits im Herbst ein neues Waldkonzept vor mit folgenden Inhalten: Der Staatswald soll künftig noch stärker auf klimastabile und klimaschützende Wälder ausgerichtet werden, - auch im Privat- und Körperschaftswald sollen die Anreize für den Waldumbau nochmals verstärkt werden. Für die Waldumbauoffensive 2030 sollen 200 Millionen Euro und 200 Stellen gestellt werden und die Fördergelder für die Borkenkäferbekämpfung sollen von vier auf zwölf Euro pro Festmeter Holz erhöht werden", versprach der Abgeordnete.

Zum Volksbegehren "Rettet die Bienen", bekannte Dremel: "Unsere Bauern haben es nicht verdient - von den Grünen und Co. - an den Pranger gestellt zu werden", und erhielt dafür großen Beifall der Landwirte. Dann begründete er die Annahme des Volksbegehrens durch die Staatsregierung: "Wir hätten kein Begleitgesetz schreiben können und erst dadurch ist es uns gelungen, den berechtigten Anliegen der Landwirte Gehör zu verschaffen." Mit dem Lob auf das Leben in den Dörfern und der Pflege der Traditionen und Bräuche durch die Landwirte würdigte er seine Zuhörer.

Rücksicht auf kleine Betriebe

Da die heiße Phase bei der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) jetzt beginne, betonte der Redner, dass nach Bayerns Vorstellungen die bäuerlichen Familienbetriebe und kleinteilige Strukturen mehr berücksichtigt werden müssen und es eine spürbare Umverteilung der Agrarzahlungen hin zu kleineren und mittleren Betrieben geben müsse. Konkret heißt das für ihn: "Die Förderzuschläge für die ersten Hektare müssen mindestens verdoppelt werden."

Im neuen Doppelhaushalt 2019/20 seien deshalb für die Land- und Forstwirtschaft 100 Millionen mehr bereitgestellt und insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt worden. Für die einzelbetriebliche Investitionsförderung mit der Initiative "Tierwohlzukunftsställe" gebe es 30 Millionen zusätzlich und zehn Millionen mehr fließen in Agrarumweltmaßnahmen.

Nach den Ausführungen über den Heimatbericht stellte Dremel die fünf Säulen der Heimatstrategie vor: Erhöhung des kommunalen Finanzausgleichs, Strukturenwicklung, Breitbandausbau und E-Government, Nordbayerninitiative und Behördenverlagerungen.

Umdenken der Verbraucher

Zum Ende seiner Rede konstatierte der Landtagsabgeordnete, das Landwirtschaft Zukunft habe. Er forderte aber, dass der Verbraucher umdenke und etwas mehr für Lebensmittel ausgebe. Für seine Aussagen: "Wenn Mineralwasser teurer ist als Milch, wenn manche mehr Geld für Tierfutter ausgeben als für ein Schnitzel und wenn Unterschriften gegen bayerische Ställe gesammelt werden und Fleisch aus Osteuropa oder Südamerika bezogen werde, dann passt das doch nicht zusammen", erhielt er donnernden Applaus im vollbesetzten Saal. Zum Schluss forderte er die Landwirte auf, mit Stolz von ihrer Arbeit zu reden, denn sie hätten es verdient.

Die Kreis-, Bezirks- und Landesbäuerin Anneliese Göller sprach ihren Dank aus für das Gelingen des Jurabauerntages. Ihr und auch Böhmer fehle es, dass die Gesellschaft nicht mit hinein genommen wird. "Wir haben das Draufsatteln satt, regional ist gelebter Klimaschutz", sagte Göller.