"Angesichts der Gesamtsituation kann ich absolut glücklich und zufrieden sein", lässt ein selbst durchs Telefon noch strahlender Landkreischef Johann Kalb wissen. Angesichts des gestern publizierten vorläufigen Endergebnisses der Bezirkswahl freute sich Kalb mit dem Hallstadter Bürgermeister Thomas Söder, der im Stimmkreis Bamberg-Stadt gegen Andreas Starke angetreten war, dass es wieder ein weiterer CSU-Mann aus dem Landkreis geschafft hat. Da Starke auf der SPD-Stadtliste an erster Stelle steht, geht Kalb davon aus, dass auch er als Bezirksrat wieder im Bayreuther Bezirkstag sitzt, dessen Vizepräsident Starke zuletzt war.

Wie es dann mit dem Amt des Bezirkstagspräsidenten aussehen wird, lässt Kalb offen. Da gebe es Leute, die ihre Anwartschaft angemeldet hätten. Kalb freut sich jedenfalls, nun erstmals als Bezirksrat dem Gremium anzugehören. Sein persönliches Ergebnis wertet er als Anerkennung seiner Arbeit als Landrat und seines Engagements für die Region.

85 019 Stimmberechtigte hätten am Sonntag zur Bezirkswahl gehen können, 64 177 Landkreisbürger machten von ihrem Wahlrecht für den Bezirk Gebrauch. Und von den gültigen Erststimmen entfielen 29 375 oder umgerechnet 46,09 Prozent auf Landkreischef Johann Kalb. Mit diesem Ergebnis kann er sehr gut leben. Auch wenn das gegenüber dem Ergebnis des nun scheidenden Bezirkstagspräsidenten Günther Denzler vor fünf Jahren eine Einbuße von 2,83 Prozent bedeutet. Angesichts des negativen Trends und eines Verlustes der CSU bei den Zweitstimmen von 3,85 Prozent stehe die Partei hinter ihm, so Kalb.

Ziemlich diffus

Ganz anders und ziemlich diffus sieht es da bei der SPD aus. Wie sich zeigt, sind die Sozialdemokraten bei den Bezirkswahlen wie schon bei den Landtagswahlen der große Verlierer. Ihr Kandidat Wolfgang Heyder holte 9,15 Prozent Erststimmen, was im Vergleich zu vor fünf Jahren einen Verlust von 9,64 Prozent bedeutet. Die Partei selbst lag über Heyders Ergebnis und hatte jetzt 14,06 Prozent (Zweitstimmen). Das entspricht jedoch einem Verlust von 12,26 Prozent. Kurios: Bei den Zweitstimmen liegt die SPD nun an zweiter Stelle hinter der CSU und vor AfD, Freien Wählern und Grünen. Bei den Erststimmen wiederum rangiert sie auf Platz vier, knapp vor Freien Wählern, aber hinter Grünen, AfD und CSU.

Als eindeutiger Gewinner geht, wie schon bei den Landtagswahlen, die AfD aus den Bezirkswahlen hervor. Florian Köhler holte auf Anhieb 14,01 Prozent und liegt damit auch vor dem Ergebnis seiner Partei - 13,30 Prozent.

Das nächstbeste Ergebnis holte für die Grünen deren Urgestein Helga Bieberstein mit 11,66 Prozent. Damit war sie einen Tick besser als die Partei, die es auf 10,19 Prozent brachte. Deutlicher ist jedoch Biebersteins Erststimmenzuwachs gegenüber 2013 mit 6,83 Prozent, während sich die Partei "nur" um 4,38 Prozent steigerte.

Für die Freien Wähler erzielte Stefan Kabitz 8,11 Prozent, lag damit aber unter dem Ergebnis seiner Partei, die es auf 10,27 Prozent brachte. Der Erststimmenverlust beträgt gegenüber 2013 insgesamt 1,44 Prozent, bei den Zweitstimmen büßte die FW schon 3,59 Prozent ein.

Einen Zugewinn schaffte die FDP: Bei den Erststimmen holte Liebhard Löffler 3,72 Prozent (+ 2,05), die FDP 3,69 (+ 1,59). Christian Steinrück bekam für Die Linke 2,31 Prozent (Zweitstimmen 2,23). Roland Sauer, der für Die Franken antrat, schaffte 2,28 Prozent (1,52). Gunther Sedlmeyer bescherte der BP 1,35 Prozent (1,24). Und für Yvonne Vernon, ÖDP, wurden 1,30 Prozent (1,36) gezählt. Ohne Direktkandidaten waren Die Partei (0,87 Prozent), die Piraten (0,64) und die V-Partei 3 (0,31 Prozent) angetreten.