BambergDer Maxplatz ist gestopft voll. Eine Besucherschätzung kaum möglich, aber es werden um die 3000 Menschen sein, die vor der Bühne und auf Bierbänken lauschen. Zunächst sind die Bamberger eher zurückhaltend. Nach den ersten zwei, drei Liedern springt vom Duo auf der Bühne die Energie auf die Menge über. Dafür sorgt allein schon die kraftvolle Stimme des Sängers. Denn kein Geringerer als Andreas Kümmert tritt an diesem Dienstagabend auf. Die Atmosphäre wird mit der untergehenden Sonne von Minute zu Minute besser. Zwischendurch legt Kümmert immer wieder kleine Gitarrensoli ein, die zeigen, dass er in vielerlei Hinsicht ein begnadeter Musiker ist.

Humor und viel Power

Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) hatte den Abend mit einem kleinen Fauxpas eröffnet, in dem er Kümmert mit dem Vornamen "Steffen" angekündigt hat. Der Sänger aus Unterfranken ließ sich allerdings nichts anmerken und eröffnete das Konzert mit den Worten "Ich bin froh, dass ich hier heute Abend ein bisschen Krach machen darf." Zwischen seinen Liedern warf er immer wieder ein paar Sprüche in die Menge. Zum Beispiel: "Normalerweise ist mein Publikum älter. Also erzählt doch bitte euren Großeltern, wie toll ihr das heute fandet." Er nahm sich selbst auf den Arm und prahlte nicht mit seinen Erfolgen der letzten Jahre.

Der Gewinner der Castingshow "The Voice of Germany" im Jahr 2013 hat bekanntlich auch die Vorauswahl zum "Eurovision Song Contest" im Jahr 2015 für sich entschieden. Die Teilnahme am Wettbewerb hatte er jedoch abgelehnt, weil er sich aktuell nicht wirklich in der Verfassung fühle, die Wahl anzunehmen. Am Dienstag war er allerdings in der Verfassung ein mitreißendes Konzert zu geben.

Als sein Schlagzeuger für einige Songs die Bühne verließ und Kümmert spaßeshalber den freien Posten dem Publikum anbot, meldete sich tatsächlich ein Zuhörer. Kümmert improvisierte und spielte zwei Lieder mit dem neuen Schlagzeuger, der sich sofort in der Rolle wohlfühlte.

Bamberger sind begeistert

Das Publikum war begeistert von Kümmerts Stimme. Sibylle Knigge (63) bedauerte: "Es ist schade, dass er sich beim Eurovision Song Contest unter Wert verkauft hat. Er hätte gewonnen." Ihr Mann Wolfgang (62) pflichtete ihr bei und nannte Kümmert einen "klasse Musiker". Das aus Bamberg stammende Ehepaar ist gezielt zu dem Konzert auf dem Maxplatz gekommen. Daniel Frenzel aus Bamberg kannte den Sänger zunächst nur aus den Medien. Als dieser auf die Bühne kam, musste der 31-Jährige zunächst eine Freundin fragen, ob Kümmert der mit der Gitarre oder der Schlagzeuger ist. Normalerweise hat er einen anderen Musikgeschmack, jedoch war er von dem Konzert absolut begeistert. Jürgen Greiwe aus Pettstadt hatte Kümmert schon beim Thomann-Sommerfest gehört. Der 63-Jährige ist ein großer Fan von Konzerten und war sehr von der "natürlichen Musik" angetan. Seine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt.