Das Haus mit der Nummer 43 in der Buttenheimer Hauptstraße könnte die erste Liegenschaft werden, die von der neuen kommunalen GmbH gemanagt wird. In seiner Sitzung hat der Marktgemeinderat geschlossen den Beschluss für die Gründung einer solchen Firma auf den Weg gebracht. Die Verwaltung soll nun alle dafür nötigen Schritt in die Wege leiten.

Mit Hilfe einer kommunalen Firma hofft man bestimmte Bau- und Grundstücksvorhaben schneller und flexibler abwickeln zu können. Bürgermeister Johann Kalb (CSU) merkte dazu an, dass es bereits etliche solcher kommunalen Firmen gebe, beispielsweise in der Nachbargemeinde Eggolsheim.

Man habe sich bekanntlich schon mehrmals damit befasst, stellte der Bürgermeister zu Beginn des Tagesordnungspunktes fest. "Wir brauchen jemanden, der sich mit unseren Grundstücken befasst." Mit "jemand" hatte er dabei die zu gründende Firma im Blick. Einige Ratsmitglieder hatten trotz Vorgesprächen noch Fragen zu Details. Eine davon betraf die Ausstattung. Wie bei allen GmbH-Gründungen, so Kalb dazu, bedarf es eines Grundstockes von 25 000 Euro. Eine weitere Frage bezog sich auf die personelle Besetzung.

Als Geschäftsführer ist der Kämmerer der Marktgemeinde vorgesehen. Weil dieser sich sowieso mit den gemeindlichen Immobilien und Grundstücken am besten auskenne, die Zahlen intus habe und auch die Daten verwalte. Dafür machte sich auch Zweiter Bürgermeister Herbert Karmann stark. Da brauche man keine weitere und vor allem fremde Kraft einstellen. Ob das denn seitens der Verwaltung, die ihrerseits viel Arbeit hat, zu stemmen ist, war eine weitere Frage. Das sei wohl zu machen, zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, zumal man sich ja noch in der Anfangsphase befinde.

Wie groß der finanzielle Aufwand sei und ob man hierfür mehr Geld aufbringen müsse, wollte ein anderes Ratsmitglied wissen. Vorerst wohl nicht, lautete die Auskunft des Gemeindeoberhauptes. Später werde man sehen, das Ganze müsse ja erst anlaufen. Ob denn alle gemeindlichen Grundstücke automatisch in die Firma eingebracht werden? Das sei so nicht vorgesehen, sondern werde von Fall zu Fall entschieden, sagte Kalb.

Der Bürgermeister betonte, dass letztlich nichts passieren werde, ohne dass das Gremium in Kenntnis gesetzt worden sei. Womit er auch auf die Besetzung des noch näher zu bestimmenden Aufsichtsrates zu sprechen kam. Voraussichtlich drei bis fünf Personen sollen ihn bilden. Das werden Mitglieder des Marktgemeinderates sein, wodurch dieser im Gremium vertreten ist. Der Aufsichtsrat könne schnellere Entscheidungen treffen als der Marktgemeinderat, der bekanntlich nur in festgelegtem Turnus tagt. "Sind wir denn die Spezialisten", wollte Sigurd Disch wissen. Die gleichen Spezialisten, die auch im Rahmen des Marktgemeinderates über die gleichen Projekte entscheiden, machte Kalb deutlich.

Freilich ist die Firma an die Pflichten der öffentlichen Hand gebunden. Der Unterschied zum bisherigen Status liegt unter anderem bei den Vergaben für Aufträge. Hier ist man an weniger Vorgaben gebunden und kann in mancher Hinsicht ähnlich flexibel agieren wie eine Privatperson. Man sei in den Verhandlungen freier, warb der Bürgermeister für die GmbH.

"Wer ,bastelt' denn die Satzung?", wollte Sigurd Disch wissen. Die habe man im Prinzip schon, weil man sich an denen anderer Kommunen orientieren könne, so Kalb.
"Frisch abgestimmt ist halb gewonnen", drängte Disch nach Beantwortung aller relevanten Fragen in humorvoller Weise zur Abstimmung. Als Unternehmenszweck jedenfalls wurden nun "Immobiliengeschäfte jeglicher Art" für die zu gründende Firma festgezurrt. Mit einem 17:0-Votum schickte der Marktgemeinderat das Vorhaben auf seinen Weg.