Die Busse der Nachtlinien, die nach 20 Uhr in Richtung Innenstadt fuhren, waren zum Teil brechend voll. Besonders aus der Gartenstadt und vom Bahnhof her drängte es am Samstagabend zur fünften langen Einkaufsnacht zahlreiche junge Menschen ins Zentrum.

Einer der Busse war am Bahnhof derart überfüllt, dass es einige Minuten dauerte, ehe alle Türen geschlossen werden konnten. Zudem konnte die Hälfte der an der Bushaltestelle Wartenden nicht mehr mitgenommen werden.

In der Fußgängerzone waren besonders die Glühweinstände dicht umlagert, aber auch an manchen Kassen in den Geschäften bildeten sich lange Schlangen. Das war aber am Samstag nicht auf Anhieb der Fall. So berichtete beispielsweise Karstadt-Geschäftsführer Alfons Distler, dass der Start eher zäh verlaufen war. "Wir konnten dann aber den Umsatz im Laufe des Tages stündlich steigern. Und gegen Spätnachmittag haben die Kassen dann richtig geklingelt", bilanzierte Distler.

Die Einkaufslaune der Kunden habe dann auch bis in die späten Abendstunden angehalten, so dass am Ende der langen Einkaufsnacht der Umsatz vom letzten Jahr, der auch hier schon auf hohem Niveau gewesen sei, noch einmal übertroffen werden konnte.

Umsatzstärkster Tag

Alfons Distler zeigte sich erleichtert und zufrieden. Der zweite Adventssamstag sei der umsatzstärkste Tag im ganzen Jahr. Durch das Mitternachts shoppen habe man hier noch eines draufsetzen können. "Besonders gekauft wurden Schmuck, Parfüms, Kleidung, aber auch viele Spielwaren. Da auch viele Familien mit Kindern unterwegs waren", resümierte der Karstadt-Geschäftsführer.

Selbst nach 22 Uhr seien noch viele Kunden zum Einkaufen unterwegs gewesen. Allerdings, so betonte Distler "Je später der Abend, desto jünger wurde unsere Kundschaft." Die sei aber ein erfreulicher Umstand, denn gerade junge Menschen seien eine wichtige Zielgruppe, die, bedingt durch die Möglichkeit des Einkaufens im Internet, immer schwerer zu erreichen sei.

"Es ist wichtig", ergänzte Citymanager Klaus Stieringer "den jungen Leuten zu zeigen, welches Angebot Bamberg zum Einkaufen bietet und wie schön ein Shoppen fernab von Internet und E-commerce sein kann."
Zudem sei im Wettkampf des Einzelhandels mit Online-Händlern und Einkaufszentren "der Erlebniseinkauf immer noch die wichtigste Waffe", betonte Stieringer.

Allerdings hatten nicht alle Geschäfte bis Mitternacht geöffnet. Manche schlossen wie gewöhnlich am Samstag bereits gegen 19 Uhr. Andere, wie die Marktbeschicker, machten gegen 22 Uhr die Lichter aus.

"Eigentlich beleuchten wir nur den Weg zwischen dem Gabelmann und dem Maxplatz. Gekauft wurde nachts an unserem Gemüse- und Obststand so gut wie gar nichts", schilderte ein Marktkauffrau, die namentlich nicht genannte werden wollte. Und wenn sich jemand an den Stand verlaufen hätte, dann habe er sich lediglich für die Geschichte der "Bamberger Hörnla" interessiert, als er seinen Geldbeutel gezückt hätte.

"Bei der langen Einkaufsnacht setzen wir auf Freiwilligkeit. Doch in den letzten fünf Jahren hat die Anzahl der Beteiligten kontinuierlich zugenommen", sagte Stadtmarketing-Geschäftsführer Stieringer. Überhaupt sei Bamberg in Sachen Mitternachtseinkaufen einer der Pioniere gewesen. Inzwischen werde dies in vielen anderen Städten ebenfalls praktiziert.

Und wie urteilten die Besucher? Marina, Jasmin und Hilger aus Neustadt bei Coburg waren mit der Bahn nach Bamberg gereist. Neben einem ausgiebigen Bummel über den Weihnachtsmarkt und den ein oder andere Glühwein, haben sie auch kleine Geschenke wie Schmuck und Parfüm gekauft. "Alles in allem hatte wir viel Spaß. Solche Einkaufsnächte könnte es durchaus öfters geben", sagte die 19-jährige Marina.