Eltern und solche, die sich mit dem Gedanken an Familiengründung tragen, wird es freuen: Hallstadt stockt die Angebote der Kinderbetreuung weiter auf. Dabei ist ein Großteil des Stadtrates der Meinung, es mit dem neuen Vorhaben besonders gut zu machen. Denn durch sie wird nicht nur die Zahl der Betreuungsangebote um 36 erhöht und noch weiter flexibilisiert, sondern auch das fast schon zum Schandfleck verkommene Gebäude an der Hauptstraße (Schmitt-Haus) einer Nutzung zugeführt.

Die Awo wird auf dem städtischen Grundstück auf Erbpacht-Basis eine eingeschossige Kindertagesstätte mit zwei Bauteilen und Verbindung zum Schmitt-Haus errichten. Dort sollen im Untergeschoss Sozialräume errichtet werden. Das Gesamtprojekt ist mit Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro veranschlagt, von denen auf die Stadt Hallstadt 590 000 Euro entfallen. Die Einrichtung soll im Herbst kommenden Jahres in Betrieb gehen.

Lob von allen Seiten, also aus allen Stadtratsfraktionen erhielt das Verfahren, mit dem Aufschluss über den Bedarf an weiteren Plätzen für Kinder im Kinder- und Krippenalter gewonnen wurde: Ein moderiertes Verfahren, in das nicht nur die bestehenden Kinderbetreuungs-Institutionen und deren Träger, sondern auch der Stadtrat und vor allem in der Stadt ansässige Firmen eingebunden waren.

Vier Einrichtungen

In dem Prozess kristallisierte sich auch heraus, dass die vorhandenen Betreuungseinrichtungen, also die drei Kindertagesstätten in Hallstadt und die in Dörfleins, ihrerseits nicht den zusätzlichen Bedarf decken können. Gleichwohl erkennen sie einen weiteren an. Deswegen holt die Stadt nun die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ins Boot, die bereits seit Jahren erfolgreich in Hallstadt den Kinderhort Ankerplatz betreibt. Awo-Geschäftsführer Werner Dippold hatte im Frühjahr seine Vision von einer zusätzlichen Einrichtung am Standort Hauptstraße 24 im Gremium vorgestellt. Allerdings, so lautete ein Kritikpunkt der Skeptiker, für eine kleinere Zahl an zu betreuenden Kindern. Die Rede ist von zwölf, die gegenüber der ursprünglichen Überlegung hinzukommen.

Rasch und einstimmig fielen die Beschlüsse zur Anerkennung eines zusätzlichen Bedarfs an 24 weiteren Kinderkrippenplätzen und 12 altersgemischten Kindergartenplätzen und zur Festlegung auf die Awo als Träger. Doch zur Frage des Standortes wichen die Positionen doch deutlich von einander ab.

Thomas Söder (CSU) sprach sich speziell mit Blick auf die Einbindung der Firmen, für deren Mitarbeiter schließlich ein Teil des flexibleren Angebotes gedacht ist, für einen Standort bei Michelin aus. Er verwies dabei unter anderem auf das dortige Wohngebiet mit jungen Familien.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (BB) bezeichnete die Standort- als die Gretchenfrage und machte sich zugleich für die Bamberger Straße 24 stark. Schließlich gehe es ja um die Belebung der Innenstadt. Bei der damit einhergehenden Sanierung (des denkmalgeschützten) Schmitt-Hauses könne die Stadt eine Vorreiterrolle erfüllen.
Der Sprecher der SPD, Udo Hofmann erklärte, seine Partei stehe geschlossen hinter dem Standort Hauptstraße. Man müsse Leben ins Zentrum bringen, was mit einer Kindertagesstätte zweifelsohne der Fall sei.
Thomas Söder konkretisierte seine Bedenken erneut. Von dem Garten des insgesamt (mit Schmitt-Haus) knapp 1000 Quadratmeter großen Grundstücks werde nach dem Bau der zwei eingeschossigen Baukörper nicht mehr viel übrig bleiben, gab er zu bedenken, und dass an dieser Stelle keine Erweiterungsmöglichkeiten bestünden. Zudem sprach er die Problematik der Erreichbarkeit an.

Zu Letzterem erklärte der Bürgermeister, der Zugang sei von hinten, also nicht von der Bamberger Straße aus geplant. Zum Standort Michelin wiederum merkte er an, dies sei wohl auch von den Fläche her nicht unproblematisch. Die Kindertagesstätte bei den verschiedenen Hallstadter Firmen anzusiedeln, halte er für problematisch. Auch Heiko Nitsche teilte diese Vorbehalte: "Einen Kindergarten bei einer Reifenfirma anzusiedeln, habe ich Bedenken."

Nach dem weiteren Austausch von Argumenten für oder gegen den Standort, brachte die Abstimmung ein 11:7-Votum für die Bamberger Straße 24.