Wenn staatstragende Reden gehalten werden, interessiert das Kinder meist herzlich wenig. Selber was tun können, das ist ihnen viel wichtiger. Und als der Moment dann gekommen war, drehten sie richtig auf: mit einem Tanz zum Lied "Bob der Baumeister" zeigten die Nachwuchstänzer vom Kindergarten "Pusteblume" in Sassanfahrt ihren zukünftigen Kollegen auf dem Juliushof, wie viel Spaß das Leben im Kindergarten machen kann.

Anlass für diese Vorstellung war das Richtfest für das zukünftige Kinderhaus im Hirschaider Gemeindeteil Juliushof. Keine vier Monate nach dem Spatenstich am 23. März ist das Gebäude in seinen Umrissen bereits deutlich sichtbar. Werner Dippold, Geschäftsführer der Awo in Bamberg, informierte, dass mit den Voranmeldungen die Gruppen der Kindertagesstätte bereits zu 50 Prozent belegt sind. Auch das pädagogische Team "steht" schon fast vollständig. Die Erzieherinnen werden im Herbst für die Reggio- und Montessori-Pädagogik geschult, die den konzeptionellen Leitfaden für die Bildung auf dem Juliushof darstellen. Bei der Reggio-Pädagogik steht im Mittelpunkt, dass die Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert und nicht die Schwächen der Persönlichkeit bekämpft, sondern die Stärken herausgearbeitet werden.

Obwohl das Kinderhaus erst im nächsten März eröffnet werden soll, ist für die Awo als Träger schon jetzt der Kontakt zu den anderen Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde wichtig, ebenso wie die Vernetzung mit den Schulen und anderen Dienstleistern, die Angebote für Kinder zur Verfügung stellen. Bürgermeister Andreas Schlund (CSU) merkte anschließend an, dass es im Marktgemeinderat durchaus Diskussionen über den Standort des Kinderhauses gegeben habe, was zu einer mehrmonatigen Verzögerung geführt habe, aber "eine Kindertagesstätte gehört dorthin, wo die Kinder sind", machte er deutlich.

Wie gespannt die Einwohner in der Siedlung Juliushof auf ihre neue Nachbarschaft sind, war an der großen Zahl der Gäste zum Richtfest deutlich zu sehen, und auch genügend Nutzer wird es in Zukunft geben, denn in Hirschaid steigt die Geburtenrate. Ganz still wurden am Ende sogar die Kleinsten, als Zimmermeister Thiel aus Lichtenfels auf dem Dach dann seinen Richtspruch vorlas und dabei sogar Gläser kaputt werfen durfte. Da wurde manches Kind neidisch...