Am Dienstag wurde das Thema "Kesselhaus" von der Tagesordnung des Bamberger Finanzsenats genommen - weil es "nicht sitzungsreif war", wie die Rathaus-Pressestelle hinterher Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) zitierte. Am Mittwoch einigten sich Stadträte fraktionsübergreifend auf einen Dringlichkeitsantrag, mit dem sie baldige "Brandschutz- und andere Maßnahmen für das Kesselhaus" fordern.

Als Ziele werden die Wiederaufnahme des Ausstellungsbetriebs im vierten Quartal 2014 formuliert und der Erhalt der Immobilie als Depot für verschiedene städtische Einrichtungen sowie als Künstleratelier genannt.

Der Antrag soll in der ersten Arbeitssitzung des neu gewählten Stadtrats am 28. Mai behandelt werden, so die Initiatorinnen Ursula Sowa (GAL) und Daniela Reinfelder (Bub) mit Dieter Weinsheimer (FW). Dass er nicht schon am Mittwoch gestellt wurde, in der letzten Vollsitzung des "alten" Stadtrats, hat mit den noch laufenden Koalitionsverhandlungen zu tun.

Gebäudesicherungspflicht?

Die Antragsteller wollen die schnelle Bereitstellung von 155.000 Euro, so dass das Dach abgedichtet und der Brandschutz aktualisiert werden können. Sie ermahnen die Kommune, ihre Gebäudesicherungspflicht ernst zu nehmen.

Insofern weisen die Stadträte die Aussage von OB Starke und Finanzreferent Bertram Felix zurück, wonach es sich um "zusätzliche freiwillige Leistungen" handeln würde, die "nach dem geltenden Haushalts-Genehmigungsbescheid der Regierung von Oberfranken rechtlich nicht zulässig sind".

Das alte Kesselhaus hat sich bekanntlich seit einigen Jahren als Ort für zeitgenössische Kunst in Bamberg etabliert. Im Herbst hatte der Ausstellungsbetrieb quasi über Nacht eingestellt werden, weil ein Gutachten den schlechten baulichen Zustand der Immobilie an den Tag gebracht hatte. Eigentümerin ist die Stadt Bamberg.